Mittwoch, 29. August 2007

Eine Woche schon vorbei

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber hier vergeht die Zeit wie im Flug! Ich bin nun schon seit über einer Woche da und habe schon so viel erlebt, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass ich letzten Samstag noch am Stuttgarter Flughafen saß, und in eine ungewisse Zukunft blickte...

Nun, was habe ich diese Woche so getrieben? Also am Montag hatte ich ein Termin mit dem Personalbüro, um die ganze paperwork (wie man hier sagt) abzuschließen. Ich habe meine Uniform und ein Namensschild bekommen, außerdem einen Hausausweis. Ich bin also nun offizieller Mitarbeiter des Monteleone, und trage meinen Teil zu über 100 Jahren Hotelgeschichte und Tradition bei.(Es gibt hier Mitarbeiter die seit über 40 Jahren dabei sind, krass oder?!)
Am Dienstag hatten wir einen Orientation Day. Dazu wurden alle neuen Mitarbeiter eingeladen. Es wurde die Unternehmensphilosophie erläutert, wir bekamen eine Führung durchs Haus (ich glaube ich werde mich dennoch das ein oder andere Mal verlaufen;-)), der Hotelmanager hat sich vorgestellt, die lange Tradition des Hauses und der Familie wurde etwas erklärt(kaum zu glauben wie es mal angefangen hat, und was daraus dann letztendlich entstanden ist)... Nun ja, alles was man so als neuer Mitarbeiter eben beachten und wissen muss. Abends habe ich dann eine der Annehmlichkeiten des Hotels genossen: den pool auf unserem rooftop!!!! Der pure Wahnsinn, sag ich euch. Du liegst da im 15. Stock, es ist warm, ein leichtes Lüftchen weht dir um die Nase, und du hast einen Ausblick- der Hammer!!!
Hotelpool


Am Mittwoch habe ich dann meinen Bank Accout eröffnet. Als Monteleone Mitarbeiter bekommen wir bei der benachbarten Bank ein Special Package, d.h. wir bekommen ein Checking Konto, ein Saving Konto, (also quasi ein Giro-und ein Sparkonto) außerdem eine kostenlose Debitcard mit der wir bei jedem Einkauf irgendwie Punkte bekommen, die wir dann wieder einlösen können, oder so, ach irgendwie halt ein besonderes Treatment. Ist eigentlich auch egal, solange was auf meinem Konto ist;-)

Tja, und dann am Donnerstag war's soweit. Ich hab augecheckt und bin in die benachbarten Appartments gezogen! Jetzt wohne quasi neben dem Hotel, was sehr praktisch ist, da ich so morgens länger schlafen kann:-)
Ansonsten kann man zu den Appartments hier eigentlich nur eins sagen: nicht schön aber selten!!! Am Anfang war ich wirklich geschockt wie die Leute hier wohnen. Ein Haus wie dieses würde in Deutschland entweder komplett renoviert, oder gleich zum Abriss freigegeben werden! Wenn man in den Hausflur kommt, begegnet einem eine morsche Holztreppe, an deren Treppengeländer ich mich definitif NICHT anlehnen würde, und die Steinmauern rundrum sind entweder rissig, oder es fehlen ein paar Steine einfach ganz...
Das Appartment selber besteht aus einem Wohnzimmer mit kleiner Küchen- und Essecke, sowie zwei Schlafzimmern und einem Bad. Die komplette Wohnung hat genau zwei Fenster, die sich intelligenterweise beide im selben Zimmer befinden- leider nicht in meinem :-(
Da ich mir das Appartment mit Rochelle teile und sie schon etwas länger hier wohnt, hat sie sich natürlich gleich das schönere Zimmer geschnappt, nachdem meine "Vorgängerin" ausgezogen ist. Bis Rochelle auszieht dauert es zwar noch ein bisschen, aber sollte ich bis dahin immer noch hier wohnen, habe ich mir ihr Zimmer bereits reserviert:-) Is ja wohl klar ;-)
Rochelle kommt übrigens aus Jamaica und macht hier ihr Food & Beverage Training.
Appartment

Am Freitagabend gab Petra ihre Abschiedsparty. Sie war für 12 Monate in der Reservierung beschäftigt, muss jetzt aber in die Schweiz zurück um dort ihr Abitur oder Matura nachzumachen... Sie ist deswegen total traurig und will 2008 wieder zurückkommen. Mal schauen ob das mit ihrem Visum klappt. Die Party war richtig cool.
Es gab ein Barbecue auf ihrem rooftop mit Burgern, Salaten und jedemenge Drinks,...Immer wieder kamen und gingen Leute, manche schauten nur kurz in ihrer Pause vorbei schnappten sich schnell einen Burger und gingen dann wieder...Jedenfalls war ein sehr lustiger Abend, der auch für den ein oder anderen bis zum Morgengrauen andauerte- für mich war allerdings um 3.00 Feierabend:-)

Das Wochenende war dagegen eher gechilled:-) Eigentlich wollten Aryana und ich morgens ins Sheraton Hotel gehen und uns dort an deren Pool legen. Da es aber noch ziemlich bewölkt war änderten wir unseren Plan und gingen in eine Shopping Mall ganz in der Nähe. Da es dort auch ein Kino gibt schauten wir schnell nach was zur Zeit so läuft und ehe wir uns versahen, saßen wir auch schon in einem der kleinen Kinosäle und schauten "Becoming Jane" :-)
Aber wie wir schnell merkten übertreiben die Amis es von Zeit zu Zeit mit der Aircondition! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie kalt es war! Aryana und ich hatten beide unsere Badetücher um den Oberkörper geschlungen, und uns ganz tief in den Sessel gekuschelt, trotzdem war es bitterkalt!!!! Ich mein, ich weiß ja nicht, vielleicht geht es auch nur den Europäern so, denn die anderen Leute im Kino schienen völlig relaxed zu sein trotz Spaghettitop und Shorts, aber wir zwei bibberten am ganzen Körper...Als dann der Film (endlich)zu Ende war spürten wir beide unsere Zehen kaum noch, und wir verließen so schnell wie möglich die Mall um uns in der Sonne etwas aufzuwärmen. Mein Gott tat das gut! Und dann erst das heiße Stück Pizza, das wir uns beide gönnten...mmmmhhhh:-) Als wir alle Gliedmaßen wieder beisammen hatten sind wir dann doch noch ins Sheraton gegangen. Im 8. Stock haben wir es und dann am Pool gemütlich gemacht, und uns von der Abendsonne (die hier immer noch sehr warm ist) bräunen lassen..."What a wonderful world"

Mittwoch, 22. August 2007

Der erste Tag

Nach 12 Stunden Schlaf wachte ich am Sonntagmorgen erholt in meinem Hotelzimmer auf.
Ich bin in New Orleans war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss. Es war ein sehr schönes aber auch zugleich irgendwie merkwürdiges Gefühl. Alle Eindrücke des letzten Tages kamen in mir hoch, und ich saß bestimmt 5 Minuten erstmal nur regungslos in meinem Bett. Da ich aber einen riesen Hunger hatte entschied ich mich dafür schnell zu duschen, und in die Lobby zu gehen. Unten angekommen, fragte ich Yvonne an der Rezeption wo ich denn frühstücken könnte, da ich ja genaugenommen kein richtiger Gast war, und deshalb auch nicht im Restaurant essen durfte. Da aber jeder Intern hier irgendwie verschiedene Dinge tun durfte oder nicht durfte als er ankam (oder manches auch einfach so gemacht hat, ohne zu wissen ob es erlaubt ist oder nicht) meinte sie ich solle einfach mal im Restaurant fragen. Dort hieß es aber dann doch leider nein, unten sei die Kantine. :-(
Da ich keine Ahnung hatte wo sich dieselbige befindet nutzte ich meine Suche nach einem Frühstück für einen kleinen Rundgang durchs French Quarter. Auf der Straße kam mir dann gleichmal ein etwas älterer Schwarzer entgegen, streckte mir die Hand aus, fragte mich wie es mir gehen würde und wünschte mir einen guten Morgen bevor er mich dann fragte ob ich was zu essen für ihn hätte. Ich verneinte dies, und und um nicht allzu forsch zu wirken sagte ich ihm dass ich gerade erst aus Deutschland gekommen sei und bisher weder Essen noch Dollars hätte (was ja auch irgendwie stimmte, bis auf das mit den Dollars ;-)) Daraufhin bedankte er sich bei mir (wofür auch immer) und wünschte mir nochmals einen schönen Tag!!! Seine Freundlichkeit und der Anstand wundern mich heute noch irgendwie. Sowas hab ich bisher noch nie erlebt- freundliche, höfliche Bettler!
An der nächsten Ecke war ein kleiner Shop, der von Drogerieartikeln über Medikamente bis hin zu Essen und Trinken alles Mögliche verkauft. Leider nichts passendes für mich, also fragte ich an der Kasse nach wo man hier frühstücken könnte. Die Antwort der Kassiererin lies mich beinahe in schallendes Lachen ausbrechen: "Oh, there's a McDonald over there" .....!!!!!!???

Oh Gott, in welchen Film bin ich denn gerade gepurzelt. Klischeehafter hätte der Tag ja nicht beginnen können. Erst die Schattenseite der USA und dann die Junkfood Mentalität. Wie gesagt, am liebsten hätte ich laut losgelacht!!!!
Stattdessen ging ich weiter spazieren. Nebenbei soll gesagt sein, dass es hier jede Menge Läden gibt die Breakfast anbieten, aber eben nicht das was ich gesucht habe. Entweder es ist so ein richtig großes Frühstück und teuer oder eben die Billigvariante bei Fastfoodketten. Aber angeboten wird überall ähnliches. Man findet hier Eier, Speck, Fleisch, Sausages, Burger,...alles was mich mehr an Mittagessen erinnert als an Frühstück. (Folge: das erste was ich in Deutschland vermisse sind die unzähligen Bäcker)

Mittlerweile war es dann aber auch schon später Vormittag und ich beschloss das Frühstück ausfallen zu lassen. Mittagessen findet sich hier offensichtlich leichter!!!!
In einer Mal wurde ich dann fündig: Ceasar Salad- genau darauf hatte ich so richtig Lust! Lecker, billig, und annähernd gesund;-)

Gestärkt ging meine perönliche Sightseeing Tour dann weiter durchs French Quarter und zum Fluss. Ich konnte immernoch nicht fassen dass ich tatsächlich am Ufer des Mississippi stehe. Dem Fluss aus Filmen wie "vom Winde verweht", "Mississippi Burning" und anderen Südstaatengeschichten. Am liebsten hätte ich mich auf eine der vielen Bänke gesetzt um die Raddampfer und andere Schiffe zu beobachten. Da es jedoch knallig warm war, ging ich wieder ins Hotel zurück um mich etwas abzukühlen.

Dort traf ich wieder ein paar Interns, die mich dazu einluden mit ihnen und noch ein paar anderen am Abend Pizza essen zu gehen. Und obwohl es ja eigentlich erst mein aller erster Tag in New Orleans war, hatte ich schon zu diesem Zeitpunkt das Gefühl mindestens schon eine Woche dort zu sein. Ob es an den netten Leuten lag, oder daran, dass ich innerhalb eines Tages bereits das French Quarter abgelaufen habe weiß ich nicht, ist aber eigentlich auch egal.
New Orleans

Sonntag, 19. August 2007

Das Abenteuer beginnt...

So, es it soweit: Ich bin in New Orleans angekommen, und habe meine erste Nacht gut überstanden. Die Anreise war zwar lange, aber da für mich ja eh kein Flug lang genug sein kann , war das auch völlig in Ordnung. Heute möchte ich damit anfangen diesen Blog mit etwas Leben zu füllen- meinem Leben! Alles, oder sagen wir Vieles von dem was ich hier erleben werde, möchte ich euch auf diesem Weg erzählen, und euch so die Möglichkeit geben an meinem "big adventure" teilzunehmen.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:
Samstag, 18. August 2007- das Abenteuer beginnt.
Morgens um 7.15 Uhr gings los. Mit der Air France nach Paris! Die erste Aufregung dann am Flughafen Charles de Gaulles. Mit etwa 10 Minuten Verspätung kamen wir um 8.45 dort an. Boarding Time für den Flug nach Atlanta hat allerdings schon um 8.25 angefangen- ooops!
Kurz gesagt, ich bin gerannt wie eine Blöde, schnell noch den Bus- und Bahntransfer geschnappt um den langen Weg zu verkürzen, durch die Gepäckkontrolle gesaust,und völlig fertig dann ins Flugzeug eingestiegen. Dass mir auf dem Weg zum Gate immer wieder Bodenpersonal entgegen gerannt ist und laut "Atlanta???? -Ok hurry up!" gerufen hat, hat nicht gerade zur Beruhigung beigetragen. Wenigstens waren sie so freundlich diverse Absperrbänder aufzumachen, damit die anderen Passagiere und ich uns das "Schlangenlinien-Laufen" sparen und einfach querfeldein rennen konnten.......

Die erste schöne Überraschung kam dann im Flieger: ich weiß ja nicht ob so viele Leute den Flug verpasst haben, oder ob sich das Bodenpersonal am Stuttgarter Flughafen geirrt hat, aber ausgebucht war der Flieger noch lange nicht!!! Und wer mich kennt wird sich nun denken können was passiert! Statt meinen reservierten Platz am Gang zu besetzen, schnappte ich mir schnell den nächst gelegenen Platz am Fenster. Natürlich hab ich vorher gefragt:-) Aber die Flugbegleiter von Delta waren alle eh total relaxt. Einer bot mir sogar allen Ernstes an, mich im Mittelgang auf den drei Plätzen hinzulegen, weil das doch soooo bequem wäre. Aber die beiden Plätze am Fenster (neben mir saß nämlich niemand) waren genug um es sich so richtig bequem zu machen,und nebenbei noch aus dem Fenster zu schauen und tolle Fotos zu machen.

In Atlanta angekommen musste ich erst durch die Immigration Kontrolle. Meine Papiere in der Hand, und mit leicht erhöhtem Puls stand ich also in der Schlange, und wartete darauf von einem der sehr ernst blickenden Officers (allesamt mit Schusswaffen ausgestattet) hoffentlich die ersehnten Stempel zu bekommen. Als ich dann dran war, war aber alles total easy going! Mit einem freundlichen (für die Amis bekannten) "hey, how you're doin' "wurde ich von ihm begrüßt, bisschen bla bla über den Grund meines Aufenthaltes, zwei Fingerprints und noch einem Verbrecherfoto, und schon knallten die Stempel auf's Papier! Welcome to America!!!!

Dann musste ich nur noch mein Gepäck holen (Gott sei Dank war alles da) und schon wurde ich zum nächsten Ort geführt wo ich meine Koffer wieder aufgeben konnte. Nun hatte ich noch massig Zeit auf dem Flughafen übrig. Ich kaufte mir meine erste amerikanische Zeitschrift und einen Strawberry-Lemonade Smoothie. Und dann hieß es einfach nur warten. Schließlich war dann auch hier Boarding Time. Im Flieger kam dann allerdings folgende Durchsage: "Sehr verehrte Passagiere willkommen an Bord. Wie sie vielleicht beim Einstieg gesehen haben (die Pilotenkabine war offen) haben wir noch keine Piloten. Sie sind zwar bereits im Gebäude müssen aber erst noch hier her laufen und dann noch die üblichen Checks durchführen weswegen wir leider noch nicht starten können....Nach der Ansage ging erst mal ein Lachen durchs Flugzeug:-)
Dann, mit 40 Minuten Verspätung gings aber endlich los, und irgendwie haben die Piloten es dann auch geschafft mit nur 10 Minuten Verspätung in New Orleans zu landen.
It's a long way to New Orleans

Abgeholt wurde ich von drei anderen Interns. Laura mit der ich schon länger in Emailkontakt war, Yvonne aus Holland und Kirsten aus Deutschland. Ich wurde von allen super lieb begrüßt und willkommen geheißen. Zusammen holten wir dann mein Gepäck, auch hier kam alles an ;-) (was mich bei den Unmengen von Flügen und Passagieren immer wieder freudig überrascht....) Mittlerweile war ich seit 20 Stunden auf den Beinen, und mit nur etwa 4 Stunden Schlaf die Nacht davor auch ziemlich müde. Außerdem hatte ich ein bisschen Kopfweh, und die drückende Hitze als wir aus dem Flughafen rauskamen, machte die Sache nicht angenehmer. Mit dem Taxi fuhren wir etwa 30 Minuten zu Hotel, wo uns dann gleich ein doorman freundlich begrüßte und die Türe aufhielt während ein bellman meine Koffer hineintrug und wir einfach nur gemütlich hinenspazieren konnten :-) So kann's gerne weitergehen!
Nachdem ich dann eigecheckt hatte gingen wir gleich auf mein Zimmer, redeten noch etwas, aber um 19.30 Uhr Ortszeit (wir sind hier 7 Stunden zurück!!!) fiel ich dann endlich ins Bett. New Orleans 1. Tag!