Wir besichtigten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, liefen durch den Botanischen Garten, und machten uns auf die Suche nach einem Hostel.
Den Abend verbrachten wir wieder gemütlich in unserem Hostel, und schmiedeten Pläne für den kommenden Tag.
Reiseführer. Sinn oder Unsinn- Fluch oder Segen?
Im Normalfall enthalten sie allerhand nützliche Informationen für einen jeden Reisenden: Restaurantempfehlungen, Tips wo man sein Geld am besten liegen lassen kann, und Dinge die man unbedingt gemacht haben muss.
Schon am gestrigen Tag hatten wir immer und immer wieder nach der alten Straßenbahn Ausschau gehalten. Aber alles war wir in downtown Adelaide zu sehen bekamen, waren die neuen, supermodernen, HighTech- Straßenbahnen des 21 Jahrhunderts.
Also warfen wir nochmals einen Blick in den Reiseführer, schauten uns das Foto der Bahn und der Umgebung an, und begaben uns erneut auf die Suche.
Dies, so dachten wir, wäre doch der ideale Ort für eine „Historic Tram“ . Wir parkten also wieder das Auto in einer Seitenstraße und schauten uns den Ort zu Fuß an. Schlenderten die Einkaufspassage entlang, gingen auf der Uferpromenade spazieren, atmeten viel frische Seeluft ein, bestaunten die ein oder anderen chicken Luxushäuser und Anwesen, aber wohin wir auch gingen- keine Straßenbahn.
Allerdings würde die nur an bestimmten Wochenenden im Jahr fahren, und ob es dieselbe war, nach der wir suchten, konnte er auch nicht mit Gewissheit sagen.
Mittlerweile war es Mittag, und nach dem langen Spaziergang und der frischen Seeluft waren wir auch ganz schön hungrig. Wir gingen also zurück zum Auto und aßen erstmal eine Kleinigkeit. Dann schlugen wir zum einhundertsten Mal den Reiseführer auf und begutachteten das Foto der Bahn. Das konnte doch nicht sein. Irgendwo musste es diese Bahn doch geben, wenn sie einem als Toptip verkauft wird!Das Foto war auf der selben Seite abgedruckt wie ein Bericht über die Adelaide Hills. Und wenn man genau hinschaute, konnte man dann auf dem Foto nicht sogar ein paar Hügel erkennen...? Hmmm, wir fuhren also Richtung Adelaide Hills. Unser letzter verzweifelter Versuch.
Einer der bekanntesten Orte auf den Hills war der „deutsche“ Ort Hahndorf. Eine kleine Siedlung die angeblich sehr deutsch sein soll. Deutsche Restaurants und Geschäfte, deutsche Bau- und Lebensweise. Allerdings scheint dies mehr auf die australische Vorstellung von „Deutsch“ zu beruhen.Zumindest war das unser Eindruck dieser kleinen Ortschaft. Denn bis auf ein paar bayrisch angehauchte Speisekarten und Blasmusik hatte Hahndorf nicht viel mit Deutschland zu tun.
Im Touristen Informationscenter fragten wir erneut nach der Straßenbahn. Aber auch hier konnte uns leider keiner helfen, und so gaben wir schließlich auf.

