Montag, 31. Mai 2010

Wieder in der Zivilisation

Sightseeing in Adelaide und Umgebung

Nach einem kleinen Frühstück fuhren Steffen und ich in die Innenstadt. Wir suchten uns einen Parkplatz, (was in Adelaide gar nicht so leicht ist, da überall entweder generelles Parkverbot besteht, oder aber nur zeitlich beschränktes Parken erlaubt ist) und gingen dann zu Fuß durch die Stadt.
Wir besichtigten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, liefen durch den Botanischen Garten, und machten uns auf die Suche nach einem Hostel.

In einem etwas abgelegeneren Wohnblock wurden wir fündig. Das Hostel 109 hatte alles wonach wir suchten. Es war sauber, das Zimmer wunderschön, und zudem auch noch 18 Dollar günstiger als das Hostel der letzten Nacht.

Nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten, liefen wir dann nochmal ein wenig durch die Stadt um Souvenirs für Steffen zu suchen, die er mit nach Deutschland nehmen könnte. Außerdem hatten wir uns dazu entschlossen an diesem Abend selbst zu kochen (wo wir doch schon eine so schöne Küche hatten) und besorgten deshalb auch noch die Zutaten für unser Abendessen.

Den Abend verbrachten wir wieder gemütlich in unserem Hostel, und schmiedeten Pläne für den kommenden Tag.

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Auf der Suche nach der Straßenbahn

Reiseführer. Sinn oder Unsinn- Fluch oder Segen?
Im Normalfall enthalten sie allerhand nützliche Informationen für einen jeden Reisenden: Restaurantempfehlungen, Tips wo man sein Geld am besten liegen lassen kann, und Dinge die man unbedingt gemacht haben muss.

Zu diesen Dingen gehörte in Adelaide, laut Steffens Reiseführer, die Fahrt mit der „Historic Tram“. Und wenn das in dem Reiseführer doch schon so toll drin steht, dann wollen wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Dumm nur, wenn einem der Reiseführer nicht sagt, wo man diese „Historic Tram“ nun findet...

Schon am gestrigen Tag hatten wir immer und immer wieder nach der alten Straßenbahn Ausschau gehalten. Aber alles war wir in downtown Adelaide zu sehen bekamen, waren die neuen, supermodernen, HighTech- Straßenbahnen des 21 Jahrhunderts.
Also warfen wir nochmals einen Blick in den Reiseführer, schauten uns das Foto der Bahn und der Umgebung an, und begaben uns erneut auf die Suche.

Dieses Mal nicht in der Innenstadt, sondern in einem Stadtteil namens Glenelk. Glenelk liegt direkt am Wasser, hat einen kilometerlangen Strand, und ist somit nicht nur Wochenendausflugsziel für viele Innenstädter, sondern auch Urlaubsferienort für viele Touristen. Es gibt unzählige Straßencafés, Restaurants, Hotels und Souvenirgeschäfte.

Dies, so dachten wir, wäre doch der ideale Ort für eine „Historic Tram“ . Wir parkten also wieder das Auto in einer Seitenstraße und schauten uns den Ort zu Fuß an. Schlenderten die Einkaufspassage entlang, gingen auf der Uferpromenade spazieren, atmeten viel frische Seeluft ein, bestaunten die ein oder anderen chicken Luxushäuser und Anwesen, aber wohin wir auch gingen- keine Straßenbahn.

Auf unserem Rückweg zum Auto fragen wir schließlich einen Anwohner nach der Tram. Der gute Mann schien mindestens genauso historisch wie die Bahn, und musste doch einfach schonmal davon gehört haben. Und tatsächlich! Von einer Historic Tram hatte er schonmal gehört.
Allerdings würde die nur an bestimmten Wochenenden im Jahr fahren, und ob es dieselbe war, nach der wir suchten, konnte er auch nicht mit Gewissheit sagen.

Mittlerweile war es Mittag, und nach dem langen Spaziergang und der frischen Seeluft waren wir auch ganz schön hungrig. Wir gingen also zurück zum Auto und aßen erstmal eine Kleinigkeit. Dann schlugen wir zum einhundertsten Mal den Reiseführer auf und begutachteten das Foto der Bahn. Das konnte doch nicht sein. Irgendwo musste es diese Bahn doch geben, wenn sie einem als Toptip verkauft wird!

Das Foto war auf der selben Seite abgedruckt wie ein Bericht über die Adelaide Hills. Und wenn man genau hinschaute, konnte man dann auf dem Foto nicht sogar ein paar Hügel erkennen...? Hmmm, wir fuhren also Richtung Adelaide Hills. Unser letzter verzweifelter Versuch.

Einer der bekanntesten Orte auf den Hills war der „deutsche“ Ort Hahndorf. Eine kleine Siedlung die angeblich sehr deutsch sein soll. Deutsche Restaurants und Geschäfte, deutsche Bau- und Lebensweise. Allerdings scheint dies mehr auf die australische Vorstellung von „Deutsch“ zu beruhen.
Zumindest war das unser Eindruck dieser kleinen Ortschaft. Denn bis auf ein paar bayrisch angehauchte Speisekarten und Blasmusik hatte Hahndorf nicht viel mit Deutschland zu tun.

Im Touristen Informationscenter fragten wir erneut nach der Straßenbahn. Aber auch hier konnte uns leider keiner helfen, und so gaben wir schließlich auf.

Da wir nicht noch eine Nacht in Adelaide verbringen wollten, machten wir uns bereits an diesem Tag noch auf Richtung Süden nach Cape Jervis. Unser nächstes größeres Ziel lautete Kangaroo Island, deshalb wollten wir heute schonmal bis zur Fähre runter fahren, dann dort eine Nacht schlafen, um am nächsten Morgen gleich auf die Insel übersetzen zu können.

Der lange Rückweg, oder Beginn des zweiten Teils unserer Reise

Es geht wieder zurück...

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder früh auf den Rückweg nach Coober Pedy, der Mienenstadt, in der wir auch auf dem Hinweg schon Halt gemacht hatten.

Da Hin-und Rückweg auf ein und der selben Straße verlaufen, schließlich gibt es nur die eine, konnten wir etwas zügiger durchfahren. Die Fotostops hatten wir schließlich alle schon auf dem Hinweg eingelegt.
Und doch passierte es uns immer wieder mal, dass wir an einer Stelle Halt machten die uns gut gefiel, nur um dann hinterher festzustellen, dass wir genau dieses Motiv schon einmal auf der Herfahrt fotografiert hatten :-) Tja, was schön war bleibt einfach schön!

Die Rückfahrt nach Coober Pedy verlief also recht zügig, und so kamen wir schon gegen Nachmittag dort an. Bei unserem ersten Stop in der Stadt hatten wir davon gehört, dass täglich um 17 Uhr eine Kangaroo Fütterung in einem der örtlichen Geschäfte stattfindet. Und genau zu der wollten wir deshalb heute gehen.

Wir suchten die Art Gallery auf, und tatsächlich machten sich die Besitzer gerade daran die ganzen Jungtiere zusammenzurufen, um sie dann, wie Babies, aus der Flasche zu füttern. Während der Fütterung erzählten sie uns wie sie dazu kamen verwaiste Kangaroos aufzunehmen, und auch wie ihre Pläne für die Zukunft aussehen.

Nachdem alle Kangaroos satt gegessen waren, konnten wir die Tiere streicheln und so einmal hautnahen Kontakt mit ihnen haben.
Ich bekam sogar die Möglichkeit eines der Jungtiere auf den Arm zu nehmen, was ein wirklich tolles und einmaliges Erlebnis war!

Als wir uns dann schließlich von den Besitzern der Gallery verabschiedeten, gingen Steffen und ich ins Hostel zurück, machten uns noch ein wenig frisch, und gingen dann selbst Abendessen.

Die Nacht verbrachten wir dann in unserem Zimmer unter der Erde, so wie es für Cooper Pedy nunmal typisch ist.

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Wo kommen denn nur die ganzen Autos her?!?!?

Unser nächster Tag bestand überwiegend aus Autofahren. Denn anstatt, wie auf der Hinfahrt, noch einmal in Port Pirie zu übernachten, hatten wir uns dazu entschlossen gleich bis Adelaide durchzufahren.
Auf diese Weise würden wir zwar heute einen sehr langen Tag auf der Straße haben, aber dafrü am nächsten Tag gleich schon in Adelaide sein, und uns die Stadt angucken können.

Und so fuhren wir heute etwa 850 km durch die Gegend. Erst durch das Outback und schließlich wieder hinein ins Großstadtgewimmel. Nach den letzten paar Tagen war es für uns sehr ungewohnt so viele Autos und Menschen zu sehen. Wiedereinmal war es bereits dunkel als wir in der Stadt ankamen; deshalb suchten wir uns auch gleich als aller erstes ein Hostel, checkten ein und luden das Auto aus, bevor wir uns auf die Suche nach einem schönen Restuarant begaben.

Morgen, wenn es wieder hell ist, würden wir dann einen richtigen Stadtrundgang machen, und uns auch nochmal nach einem schöneren und vor allem preiswerteren Hostel unsehen.

Ein Tag im roten Zentrum Australiens

Uluru und Kata Tjuta

Für den heutigen Tag hatten Steffen und ich einen Ausflug zum Ayers Rock und den Olgas geplant.

Beide Felsgebilde liegen im „Uluru National Park“, der zu unserer Überraschung ganz schön viel Eintritt kostete: 25 Dollar pro Person waren nötig um den Felsen und die Olgas aus nächster Nähe betrachten zu können.
Eine Summe die wir eigentlich nur ungerne bezahlen wollten.
Da wir uns den „closer look“ aber auch nicht entgehen lassen wollten, wo wir doch schon extra deshalb hierher gefahren waren, bezahlten wir die $50 und fuhren in den Park.

Und auch wenn $50 unserer Meinung nach, zwar immernoch ein wenig übertrieben sind, waren wir doch froh uns für den Park entschieden zu haben. Denn aus der Nähe betrachtet sah der Berg noch viel imposanter aus als aus der Ferne. Die Ausmaße, das Sandgestein, die vielen Löcher, Aushöhlungen und Einbuchtungen im Felsen, sind Dinge, die man erst wahrnimmt wenn man unmittelbar vor oder sogar auf dem Felsen steht. Und diese Eindrücke sollte man sich, wenn man schonmal da ist, nicht entgehen lassen.



Wir parkten das Auto und kletterten zuerst ein Stück weit am Ayers Rock hoch. Danach entschieden uns für einen der Rundwege um den Felsen herum. Wir folgten dem Pfad ein ganzes Stück, machten viele Bilder von dem roten Gestein, und liefen schließlich wieder zurück zum Auto.



Dann ging die Fahrt weiter zu den etwa 47km entfernten Olgas. Der eigentliche Name für dieses Sandsteingebirge ist Kata Tjuta, was aus der Sprache der Aborigines stammt und so viel heißt wie „viele Köpfe“.
Und bereits aus der Ferne betrachtet erkennt man schnell, wie die Aborigines auf diesen Namen kamen. Wie Köpfe erheben sich etwa 36 Hügel aus der Erde.

Wir parkten wieder das Auto und liefen auf einem der vielen Wanderwege in die Berge hinein. Unser weg führte tief durch die Felsen, in eine Art Schlucht. Bis es nicht mehr weiter ging, und man in mitten von meterhohen Felswänden steht. Wieder kommt man sich unheimlich klein vor.

Wir liefen den selben Weg zurück, und entschieden uns dazu noch einen anderen ausgeschriebenen Wege zu laufen. Da der Weg jedoch als sehr mühsam und anstrengend ausgeschrieben war, und nur für die frühen Morgenstunden empfohlen wurde, beschlossen wir nur so weit zu gehen wie wir konnten und dann umzudrehen.
Und tatsächlich merkte man sehr schnell warum dieser Weg nicht jedem empfohlen wurde. Auf einem unbefestigten Weg, ging es steil bergab und hier zu laufen erforderte nicht nur Konzentration bei jedem Schritt, sondern auch eine Menge Energie :-)



Wir folgten dem Weg bis zu einem der vielen Aussichtspunkte, blieben eine Weile dort sitzen, und kehrten dann wieder um. Die Mittagssonne hatte bereits ihren Höchststand erreicht und es war unerträglich warm. Außerdem waren die vielen Fliegen die reinste Plage und echt nerventötend. Keine fünf Minuten hatte man seine Ruhe. Ständig musste man mit den Händen um das eigene Gesicht und sich selbst wirbeln um die Fliegen abzuwimmeln.

Wir entschlossen und also zurück zum Auto zu gehen, etwas zu Mittag zu essen und vor allem viel zu trinken. Anschließend fuhren wir wieder ins Hotel zurück, gingen noch ein wenig einkaufen um unsere Vorräte wieder etwas aufzufrischen und bummelten noch etwas in Souvenirgeshäften.

Gegen 17 Uhr fuhren wir dann noch einmal los, um uns am Sunset Viewpoint den Sonnenuntergang nochmal aus der Nähe anschauen zu können. Da wir, im Gegensatz zum Vorabend, nun dieses Mal doch ein ganzes Stück weit näher am Berg standen, hatten wir eine noch bessere Sicht auf das wechselnde Farbspiel des Uluru.
Außer uns waren noch zig andere Besucher hier um sich dieses Spektakel anzusehen.



Als die Sonne schließlich am Horizont verschwunden war, machten wir uns wieder auf den Rückweg ins hotel. Wir gingen noch ein wenig im Dunkeln spazieren, um „Galaxien anzuschauen“ und aßen schließlich wieder in unserem Hotel zu Abend.

3000 km geradaus und einmal links abbiegen

Still on the road...

Am nächsten Tag ging die Fahrt dann weiter nach Port Pirie. Wie schon am Vortag ging es über einsame Straßen hunderte von Kilometern eigentlich immer nur geradeaus.
Wir sahen zum ersten Mal Emus in freier Wildbahn. Und gegen Abend dann sogar noch ein paar Kangaroos. Das war ein wirklich schönes Erlebnis, auf das wir auch schon beide gewartet und gehofft hatten.

Gegen Abend kamen wir dann schließlich in Port Pirie an. In einem kleinen Pub fanden wir nicht nur unsere Unterkunft für diese Nacht sondern auch noch ein sehr leckeres Abendessen. Da es aber sonst nichts weiter zu sehen oder tun gab, gingen wir auch an diesem Abend wieder recht früh schlafen.

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Die unterirdische Stadt...

Am nächsten Morgen fuhren wir dann wieder weiter. Es ging Richtung Norden, immer weiter hinein ins rote Outback Australiens. Wir machten öfters Halt um die Wildnis und Einsamkeit hier draußen zu fotografieren. Aber auch die besten Fotos geben nur ein Bruchteil dessen wieder, wie es sich anfühlt hier zu sein:

Man fühlt sich irgendwie klein und unbedeutend in dieser endlosen Weite. Kommt sich vor wie einer der letzten Menschen auf Erden. Nur selten begegnen einem andere Reisende. So selten, dass einen die Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge schon grüßen, wenn sie an einem vorbeifahren.

Hier draußen gibt es nichts: keine Stadt, keine Ortschaft, keine Tankstelle, rein gar nichts. Und selbst Notrufsäulen findet man nur im Abstand von mehreren Hundert Kilometern. Es ist unglaublich. Aber irgendwie auch schön. Und vor allem, sehr entspannend :-)

Am Abend kommen wir dann in Coober Pedy an, einer alten Mienenstadt die zum größten Teil unterirdisch gebaut wurde, um der Hitze und staubtrockenen Luft im Sommer zu entkommen. Wir schlafen wieder im Motel und gehen in einem der Restaurant etwas essen.

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Ayers Rock, die letzten Kilometer

Der nächste Tag beginnt wie alle anderen Tage: nach einem kleinen Frühstück setzten wir uns ins Auto und fuhren erstmal wieder nur geradeaus. Nach ettlichen Kilometern (man achtet schon gar nicht mehr darauf wie viele), dann plötzlich eine Kreuzung. Ein Pfeil nach links weist den Weg zum „Ayers Rock“. Für alle die nochmal tanken müssen, bietet eine Tankstelle hier die letzte Möglichkeit. Mehrere Busse, Campervans und Autos haben sich bereits auf dem Parplatz versammelt. Und auch wir legen hier noch einmal einen letzten Stop ein; tankten auf, und aßen zu Mittag.

Dann folgen auch wir dem Pfeil.
Ist man hier nun zum ersten Mal seit langem erfolgreich abgebogen, geht es wieder nur ...., richtig, ...geradeaus!
Als Fahrer hat man hier wirklich leichtes Spiel: denn bis auf Gas geben und Lenkrad festhalten hat man hier nämlich absolut nichts weiter zu tun :-)

Nach weiteren vielen Kilometern kommen wir dann gegen Nachmittag am Ayers Rock an. Wie aus dem Nichts tauchte der große Monolit auf einmal vor aus auf. Genauso wie man es aus dem Fernsehen oder von Bildern kennt.

Wir checken in unser Hotel ein, packten unsere Sachen aus, und machen uns dann gegen später auf, um von einem Aussichtspunkt das Farbenspiel des Felsen bei Sonnenuntergang beobachten zu können. Danach gingen wir zurück ins Hotel und aßen zu Abend. Morgen würden wir uns den Berg dann aus nächster Nähe ansehen wollen.

Freitag, 28. Mai 2010

Der große Australien Roadtrip

Zwei Tage in Sydney und der Beginn einer langen Reise...

Am 1. Mai fuhren Steffen und ich nun bereits zum dritten Mal gemeinsam in den Urlaub :-) Diesjähriges Reiseziel war der rote Kontinent Australien!

Wer unsere bisherigen Urlaube mitverfolgt hat der weiß, dass wir gut und gerne mal ein paar Tausend Kilometer hinter uns bringen, um in kurzer Zeit möglichst viel sehen zu können. Und nicht anders sollte es auch in diesem Urlaub sein:

Die Route, wie wir sie uns gelegt hatten sollte uns zuerst durch die ewigen Weiten des australischen Outbacks zum Ayers Rock führen. Dann würden wir wieder Richtung Süden nach Adelaide fahren, und dort ein paar Tage verbringen. Danach wollten wir von dort aus dann mit der Fähre auf Kangaroo Island übersetzten, wo wir auch nochmal ein paar Tage eingeplant hatten. Entlang der Great Ocean Road würden wir uns dann schließlich über Melbourne wieder auf den Rückweg nach Sydney begeben.

Für die etwas über 7000 Kilometer, die dieser Trip laut googlemaps lang ist, hatten wir drei Wochen Zeit. Einen Großteil unseres Urlaubs würden wir also somit im Auto verbringen.
Ein typischer Roadtrip eben, so wie es sich für ein Backpackerland wie Australien nunmal gehört! :-)))





Nach zwei Tagen Sightseeing in Sydney ging es also dann am 3. Mai los.

Unser erstes Etappenziel an diesem Montag war der kleine Ort Hay, etwa 730km westlich von Sydney gelegen.

Nachdem wir dem Großstadtjungle, den vielen Ampel, den wirren Verkehrsführungen, unbekannten Straßenschildern und absolut irren Autofahrern erstmal entkommen waren, verlief die Autofahrt recht entspannt. Zumal ein Großteil der Strecke auf einem relativ wenig befahren Highway, einfach nur geradeaus führte.

Nach und nach gewöhnten wir uns dann auch daran auf der „falschen“ Seite im Auto zu sitzen und auch an all die damit verbundenen Schwierigkeiten und Hindernisse. (Wer hätte gedacht, dass der Blinker in Wahrheit der Scheibenwischer ist? Und warum hängt der Rückspiegel bloß nicht da wo meine Augen ihn erwarten?:-))

Und auch das Fahren auf der linken Seite ist am Anfang noch sehr ungewohnt. An jeder Kreuzung, jedem Kreisverkehr stellten wir uns die Frage „Äh, Moment! Von wo kommen denn jetzt die Autos? Wo muss ich abbiegen, welches ist meine Spur? Und wer hat hier eigentlich Vorfahrt?!“ :-)

Aber Gott sei Dank hielten sich diese Situationen wirklich in Grenzen, und je weiter wir fuhren, umso weniger Gedanken mussten wir uns um den Verkehr oder andere Verkehrsteilnehmer machen. Es wurde immer einsamer um uns herum. Wir fuhren über staubige Landstraßen, vorbei an weiten Feldern oder unbebautem Land.

Und je weiter wir fuhren, desto mehr hatten wir das Gefühl in das „richtige“ Australien einzudringen: die Erde wurde trockener und bekam mehr und mehr diesen typisch rötlichen Farbton.



Wir waren noch nicht ganz in Hay angekommen, als es schließlich dunkel geworden war. Und dunkel im australischen Hinterland heißt soviel wie „stockdunkel“. So dunkel, dass man seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen kann. Keine Laterne, keine Stadt, keine beleuchteten Werbereklamen. Einfach nichts, was die Finsternis hätte durchbrechen können.

Stattdessen ein Sternenhimmel wie wir ihn beide noch nie gesehen haben! Tausende und abertausende Sternen, eine richtige Galaxie, funkelte über unseren Köpfen. Das war so schön und einmalig anzusehen, dass wir für einen Moment Halt machten, uns an den Straßenrand stellten, alle Lichter am Auto löschten und einfach nur für eine Weile in den Himmel guckten.

Schließlich kamen wir dann aber doch noch in Hay an, suchten uns dort ein Motel und gingen noch Abendessen.