Sonntag, 30. September 2007

Happy Birthday!!!!!!!!!

September ist mit Abstand der geburtstagsreichste Monat den ich kenne. Das war schon in Deutschland so, und hat sich auch hier nicht geändert:
Kaum hatte man das Kalenderblatt abgerissen stand schon der Geburtstag von Aryane vor der Tür (4. September). Da sie aber an ihrem Geburtstag mit ihren Eltern in Miami war, und sich dort für ein paar Tage verwöhnen lies, feierte sie erst im nachhinein mit uns.

Also trafen wir (Aryane, Laura, Yvonne und ich) uns am 14. September abends zum Essen in einem nahegelegenen Restaurant namens Bourbon House. Wie wir schnell merkten ein sehr teures Restaurant!!! Ich mein, wir wussten ja, dass es eins der besseren Lokale hier in New Orleans ist, und wir auch ganz gerne unsere Hotelgäste dorthin verweisen, wenn diese mal richtig schön ausgehen möchten, aber als wir dann einen Blick in die Karte warfen blieb uns schon kurz das Herz stehen! Es gab nicht einen einzigen Hauptgang unter 30.00 $!!!Eine Tatsache die Aryane offenbar vergessen hat zu erwähnen, als sie uns von diesem Restaurant vorschwärmte (Das letzte Mal war sie mit ihren Eltern dort, und da hat Papi natürlich die Rechnung beglichen....)
Aber was tut man nicht alles fürs Geburtstagskind!!! Jeder von uns bestellte artig und gemeinsam warteten wir auf das grandiose Essen das da wohl kommen musste. Schließlich wurde es dann auch von drei Kellnern serviert (damit wir auch wissen wohin der größte Teil des Preises fließt) und wir ließen es uns so richtig schmecken. Und ich muss gestehen, es war wirklich gut!!!! Trotzdem hatte ich irgendwie so das Gefühl, als kauten wir alle auf jedem Bissen ganz besonders lange rum ;-)

Nach dem Essen hatte Aryane (unsere „Süße“) dann total Lust auf einen Nachtisch, wollte aber nicht die Einzige sein die noch ein Dessert bestellt. Also tauschten Laura, Yvonne und ich schnell ein paar vielsagende Blicke aus und bestellten dann brav, wenn auch etwas zögerlich, noch ein Dessert (weiter 10$). Das Servieren desselbigen wurde dann aber doch noch zum Lacher des Abends: Aryane hatte die Tischreservierung auf den Namen unserer FO Managerin gemacht, da Karen Jackson einfach leichter für die Amis ist als Aryane van der Schepper und Karen eigentlich sowieso vorbei kommen wollte; trotzdem musste jeder von uns grinsen als wir den Teller von Aryane sahen, der mit den Worten „Happy Birthday Karen“ verziert war :-)
Auch der Nachtisch war aller erste Sahne, und so beglichen wir dann doch ruhigen Gewissens die Rechnung. Auch wenn keiner von uns bisher jemals so viel für ein Essen ausgegeben hat....
Nach dem Essen zog es uns Mädels dann noch auf die Bourbon Street, wo wir dann bis in den frühen Morgen in diversen Bars waren, bevor wir dann doch todmüde in unsere Betten fielen.

Geburtstag Aryane

Am nächsten Tag stand dann schon die nächste Feier vor der Tür. Diedericks ebenfalls 21. Geburtstag! Die Party, ein klassisches Barbecue, sollte abends auf der Dachterrasse stattfinden. Doch bevor es losgehen konnte mussten wir erst noch das Geschenk besorgen. Und da haben sich Nick, sein Kumpel Ringer und ich was ganz Besonderes ausgedacht: bei unserem letzten Wall Mart Besuch war Diederick nämlich so angetan von den Aquarien, dass er sich beinahe ein paar Fische gekauft hätte. Also dachten wir uns: „er will Fische? Na dann kriegt er auch welche!“ Und so sind Nick und ich am Samstagnachmittag noch mal zu Wall Mart gefahren, haben ein kleines Aquarium und drei Goldfische gekauft und sie dann passenderweise auf die Namen Nick, Ringer und Nicole getauft ;-)

Das Gesicht von Diederick, als wir mit den drei neuen Mitbewohnern vor der Tür standen, ist schwer zu beschreiben, aber es war so ne Mischung aus “ich hab’s geahnt“ - „das gibt’s doch nicht“ und „ihr seid ja total verrückt“. Aber gefreut hat er sich riesig, und die Fische waren Gesprächsthema Nummer Eins an dem Abend!!!

Geburtstag Diederick

Naja und dann? - dann kam der wichtigste aller Geburtstage ;-) Meiner!!!! ;-) An einem 27., so wie jedes Jahr und daher leicht zu merken ;-) Dennoch war es mein aller erster Geburtstag den ich nicht zu Hause gefeiert habe. Und wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich totale Angst davor, dass er total doof wird: sich keiner dafür interessiert und ich ganz alleine zu Hause sitze und vielleicht zum ersten Mal so richtig Heimweh bekomme. Aber Gott sei Dank war genau das Gegenteil der Fall! Ich habe sogar zwei Mal gefeiert: einmal rein und einmal raus!

Nun aber der Reihe nach: Mittwoch Abend, 23 Uhr- der Countdown läuft: nur wir leider nicht, denn Laura, Chris und ich hatten an diesem Abend Spätschicht, und kamen immer noch nicht raus. Das könnte knapp werden, dachte ich mir, als ich um 23.20 erneut auf die Uhr sah. Doch dann endlich konnten wir gehen! Jetzt nur noch schnell umziehen, und dann kann's losgehen. Auf dem Weg zu meinem Appartement klopfte ich noch schnell bei Nick und Ringer an die Tür, damit auch sie sich schnell fertig machten zum Gehen. Zusammen sind wir dann ins Pat O’Bryans gelaufen, einer Bar im French Quarter, wo man schön draußen sitzen kann, und der berühmt berüchtigte „Hurrikane“ verkauft wird... Auf dem Weg dorthin hat sich Nick als spitzen Zeitansager herausgestellt, und mich in den letzten fünf Minuten immer wieder an den Schultern gepackt und ganz aufgeregt geschüttelt („Oh my god, 4 minutes left!!!!“) Und dann plötzlich war es soweit! 0.00 Uhr- ich hatte Geburtstag! Ich konnte es noch gar nicht glauben, auch wenn mir die anderen plötzlich alle mitten auf der Straße gratulierten ;-)

Im Pat O’Bryans blieben wir dann so bis 2 Uhr morgens, aber als wir dann Hunger bekamen entschieden wir uns dafür noch schnell bei Jimanis vorbeizuschauen. Ringer lies auch ein paar Dollar springen, damit ich mir in meiner „special night“ Lieder aus der Musicbox wünschen konnte!!! Laura überreichte mir auch gleich ihr Geschenk (ein Bodyspray und ein Spannbettuch) und überhaupt waren alle total süß. Viel besser hätte der Tag eigentlich gar nicht anfangen können!!!
Am Donnerstag hab ich erst mal richtig schön ausgeschlafen ;-) Die erste Überraschung kam dann von Rochelle, als sie meinte sie wolle heute für mich jamaikanisch kochen. Also gab es gebackene Banane und Corned Beef. War ungewöhnlich aber gut! Dann habe ich auf Kirsten gewartet, die um 15.30 Feierabend hatte. Zusammen haben wir Minitörtchen (wenn schon kein richtiger Geburtstagskuchen) gegessen, und sie hat mir ihr Geschenk gegeben (2 Poster für mein Zimmer).

Abends waren wir dann im Margarita Ville, einem Restaurant das Südseefeeling aufkommen lässt. Die komplette Einrichtung erinnert an eine Strandbar in der Karibik: Palmenblätter, Strohmatten, Papageien, alles ist bunt und blumig und wer erst einen Blick in die Karte wirft und so Dinge wie „Cheesburger in Paradise“ und „Volcano Nachos“ liest, der hat eh schon ganz vergessen wo er eigentlich gerade ist.

Später am Abend (Kirsten und Aryane mussten leider schon ins Bett) waren Nick, Ringer und ich dann aber doch noch mal auf der Bourbon Street, und haben mit Chris, Diederick und Laura, die nach der Spätschicht noch vorbeikamen, die letzten Stunden meines Geburtstages gefeiert!

Geburtstag
Ach ja, übrigens, möchte mich auf diesem Wege auch bei allen aus der Heimat bedanken, die an mich gedacht haben. Hab mich über jede einzelne Mail riesig gefreut!!!!!!! Ganz besonders über diese Glückwünsche:


Link: sevenload.com

Montag, 17. September 2007

Marching Bands

Die Arbeit ist getan, der Feierabend da, und trotzdem keine Ahnung was tun.
So ging es Kirsten und mir letzten Samstag. Zu Hause sitzen? No way, viel zu langweilig. Also überlegten wir angestrengt was wir mit dem noch jungen Abend anstellen könnten. Da wir beide einen riesen Hunger hatten, beschlossen wir zu Jimanis zu gehen, einer kleinen Bar gegenüber von unserem Wohnhaus, wo ganz nebenbei auch noch „the world’s best burger“ verkauft wird.

Nachdem wir dann beide einen riesen 8oz Burger samt Pommes verdrückt hatten, waren wir so voll, dass wir beschlossen ein paar der zu uns genommenen Kalorien gleich wieder zu verbrennen; da es noch angenehm warm draußen war, und wir eh nichts besseres vorhatten liefen wir ein bisschen um die Blocks, als wir plötzlich von irgendwo her Musik und Trommeln spielen hörten.
Wir folgen neugierig der Musik, und gelangten schließlich zur Canal Street. Vor dem Sheraton Hotel hatte sich eine riesen Marching Band versammelt, und zog mit ihrem Getrommel zig Leute von überall her an. Da bereits ein paar Polizisten vor Ort waren und damit begannen den Verkehr zu regeln, vermuteten wir dass es wohl einen kleinen Umzug geben würde. Also blieben wir stehen und liesen uns von dem Rhythmus der Trommeln und den Klängen der Musik mitreißen.

Es kamen immer mehr Leute hinzu, und dann ging es endlich los. Die Band setzte sich in Gang und lief die Canal Street entlang, gefolgt von ein paar Umzugswägen und kleineren Tanzgruppen. Von den Wägen wurden die sogenannten „Beats“ geworfen, glitzernde Perlenketten aus Plastik die eigentlich kein Mensch braucht, aber jeder in Unmengen zu Hause rumliegen hat ;-) (Jetzt weiß ich auch warum und woher)
Bald darauf kam noch eine zweite Band von irgendwoher dazu, und hängte sich an das Ende des Zuges an. Zusammen drehten sie ein paar Rundem auf der Canal Street, und gaben so schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Mardigras, bei dem sich dann ganz New Orleans in eine einzige große Marching Band verwandelt.

Kirsten und ich liefen eine Weile neben dem Umzug her, sammelten dabei jede Menge der „Beats“ ein, aber nachdem wir dann bereits zu dritten Mal die Canal Street auf und ab gelaufen sind, und bereits vollgehängt mit Perlenketten waren, beschlossen wir dann doch nach Hause zu gehen.

Was nicht doch alles aus einem zu Anfangs langweiligen Abend werden kann. Da geht man nur mal kurz was essen, und schon steht man inmitten eines Umzugs. Aber das ist eben New Orleans!!! Hier weiß man nie so genau was als nächstes passiert ;-)



Donnerstag, 13. September 2007

American Football

Was dem Deutschen sein Fußball ist dem Amerikaner sein Football. So ähnlich die beiden Worte auch klingen, so unterschiedlich sind sich diese beiden Sportarten. Nur die Begeisterung die sie bei den Leuten auslösen bleibt die gleiche.
Als Amerikaner auf Zeit oder Lebensabschnittsamerikaner gehört es natürlich zu unseren Pflichten mit echten Amis einmal ein solches Footballspiel anzuschauen. Da kam es doch nur zu gelegen, dass vor knapp einer Woche die neue Season begonnen hat, und gleich im Auftaktspiel New Orleans auf die Mannschaft aus Indianapolis traf.

Al, ein langjähriger Mitarbeiter des Monteleone, nahm die Gelegenheit beim Schopfe und lud alle Interns, zumindest die die an diesem Abend Zeit hatten, dazu ein mit ihm in seine Stammkneipe zu fahren um das Spiel anzuschauen.

Nun ganz kurz was zu Al selber: Al ist über 70 Jahre alt, und eigentlich schon längst pensioniert. Dennoch ist er aus dem Monteleone nicht wegzudenken. Ich weiß nicht genau wie lange er schon für das Hotel arbeitet, aber wenn die Leute schon denken er gehöre zur Gründerfamilie, dann scheint das doch schon sehr lange zu sein. Ist auch egal, jedenfalls ist er jetzt, nachdem er schon unzählige Positionen hatte, als Fahrer tätig. Mit seinem eigenen Van namens „Hotel Al“ fährt er Leute zum Flughafen, holt Gäste von dort ab, macht Stadtrundfahrten, und ist auch sonst so ne Art Mädchen für alles. Aber eins muss gesagt sein: wer bei Al in den Van steigt muss sich auf etwas gefasst machen. Nicht nur dass er zu jedem Haus in New Orleans etwas zu erzählen weiß, nein, Al macht es auch einen höllischen Spaß Passanten anzuquatschen und auf die Schippe zu nehmen. So kann es vorkommen, dass man mit ihm die Bourbon Street langfährt, und er plötzlich ganz langsam neben ein paar Leuten herfährt, dass Fenster runterkurbelt, und ruft „hey du, wo ist die Bourbon Street?“ Oder er fährt einmal um den Block, spricht dann dieselben Leute noch mal an und sagt so was wie “ hey, das war der falsche Weg, jetzt bin ich ja schon wieder hier!“ Die meisten Leute sind dann total irritiert, geben sich aber dann die größte Mühe ihm noch mal zu erklären, dass er sich doch schon in derselbigen befindet. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Insassen, in diesem Fall wir, schon auf der Rückbank und kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen

Nachdem wir also ein paar Mal um den ein oder anderen Block gefahren sind und jede Menge über New Orleans sowohl vor als auch nach Kathrina gelernt haben, kamen wir dann doch noch an unserem Ziel an.

Die „Stammkneipe“ entpuppte sich als kleiner Bunker namens „Behind the red door“,oder so ähnlich. Wobei das mit der roten Tür wörtlich zu nehmen ist. Wie uns Al erzählte war die Kneipe nach Kathrina wohl völlig zerstört und bestand nur noch aus einer Mauer. Daraufhin hat der Besitzer mit dem Geld was er hatte noch drei Mauern drum rum gebaut, sodass ein länglicher Raum entstand von etwa 3m Breite und 10m Länge. Ja, und das ist sie nun, die komplett renovierte und sanierte Kneipe. Als wir ankamen dachten wir alle nur „oh Gott, was um alles in der Welt machen wir hier“, aber als wir dann drin waren, und das kostenlose Buffet gesehen haben, das mit viel Liebe dekoriert war, wussten wir warum uns Al hierher gebracht hat. Einer von seinen geheimen Insidertips!

Bis zum Spiel dauerte es noch knapp eine Stunde, die wir mit HotDog Futtern und Reden verbrachten. Dann war es endlich soweit und die neue Season fing an!!! Worauf alle Amis schon seit Wochen warteten, und in Begeisterungsrufe ausbrechen lies sobald die Kommentatoren die Teams ansagten, lies uns irgendwie alle total kalt. Wir starrten auf die Screen als würden wir die Nachrichten schauen.
Da von uns keiner auch nur die leiseste Ahnung von Football hatte war es auch irgendwie sehr schwer in das Spiel reinzukommen. So klatschten wir halt wenn alle klatschten, und wenn wir das Gefühl hatte dass es für die New Orleans’ „Saints“ nicht so gut zu laufen schien, machten wir ein besorgtes Gesicht. Immer wieder informierten wir uns dann bei Al ob es denn eher gut oder eher schlecht für uns läuft, woraufhin er nur meinte dass die Saints so schlecht spielen würden, dass es fast schon gut wäre das wir den Mist den sie fabrizieren nicht verstehen.
Nachdem wir mit 7 Punkten Rückstand in eine Werbeunterbrechung gingen, war es auch für uns Zeit zu gehen, da man dieses Unheil einfach nicht noch länger ertragen konnte (Original Zitat von Al: „I can’t take this fuckin’ shit anymore!!!!“ ). Und auch wir waren heimlich froh darüber nicht das komplette Spiel anschauen zu müssen, da es für uns alle doch sehr langweilig war;-)
Und wir waren uns alle schnell einig: Es geht halt doch nichts über Fußball!!!!!

Zum Schluss sollte noch gesagt sein, dass die Saints mit 10 zu 41 haushoch gegen die Indianapolis Colts verloren haben. (Gott sei Dank waren wir da nicht mehr dabei)