Donnerstag, 13. September 2007

American Football

Was dem Deutschen sein Fußball ist dem Amerikaner sein Football. So ähnlich die beiden Worte auch klingen, so unterschiedlich sind sich diese beiden Sportarten. Nur die Begeisterung die sie bei den Leuten auslösen bleibt die gleiche.
Als Amerikaner auf Zeit oder Lebensabschnittsamerikaner gehört es natürlich zu unseren Pflichten mit echten Amis einmal ein solches Footballspiel anzuschauen. Da kam es doch nur zu gelegen, dass vor knapp einer Woche die neue Season begonnen hat, und gleich im Auftaktspiel New Orleans auf die Mannschaft aus Indianapolis traf.

Al, ein langjähriger Mitarbeiter des Monteleone, nahm die Gelegenheit beim Schopfe und lud alle Interns, zumindest die die an diesem Abend Zeit hatten, dazu ein mit ihm in seine Stammkneipe zu fahren um das Spiel anzuschauen.

Nun ganz kurz was zu Al selber: Al ist über 70 Jahre alt, und eigentlich schon längst pensioniert. Dennoch ist er aus dem Monteleone nicht wegzudenken. Ich weiß nicht genau wie lange er schon für das Hotel arbeitet, aber wenn die Leute schon denken er gehöre zur Gründerfamilie, dann scheint das doch schon sehr lange zu sein. Ist auch egal, jedenfalls ist er jetzt, nachdem er schon unzählige Positionen hatte, als Fahrer tätig. Mit seinem eigenen Van namens „Hotel Al“ fährt er Leute zum Flughafen, holt Gäste von dort ab, macht Stadtrundfahrten, und ist auch sonst so ne Art Mädchen für alles. Aber eins muss gesagt sein: wer bei Al in den Van steigt muss sich auf etwas gefasst machen. Nicht nur dass er zu jedem Haus in New Orleans etwas zu erzählen weiß, nein, Al macht es auch einen höllischen Spaß Passanten anzuquatschen und auf die Schippe zu nehmen. So kann es vorkommen, dass man mit ihm die Bourbon Street langfährt, und er plötzlich ganz langsam neben ein paar Leuten herfährt, dass Fenster runterkurbelt, und ruft „hey du, wo ist die Bourbon Street?“ Oder er fährt einmal um den Block, spricht dann dieselben Leute noch mal an und sagt so was wie “ hey, das war der falsche Weg, jetzt bin ich ja schon wieder hier!“ Die meisten Leute sind dann total irritiert, geben sich aber dann die größte Mühe ihm noch mal zu erklären, dass er sich doch schon in derselbigen befindet. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Insassen, in diesem Fall wir, schon auf der Rückbank und kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen

Nachdem wir also ein paar Mal um den ein oder anderen Block gefahren sind und jede Menge über New Orleans sowohl vor als auch nach Kathrina gelernt haben, kamen wir dann doch noch an unserem Ziel an.

Die „Stammkneipe“ entpuppte sich als kleiner Bunker namens „Behind the red door“,oder so ähnlich. Wobei das mit der roten Tür wörtlich zu nehmen ist. Wie uns Al erzählte war die Kneipe nach Kathrina wohl völlig zerstört und bestand nur noch aus einer Mauer. Daraufhin hat der Besitzer mit dem Geld was er hatte noch drei Mauern drum rum gebaut, sodass ein länglicher Raum entstand von etwa 3m Breite und 10m Länge. Ja, und das ist sie nun, die komplett renovierte und sanierte Kneipe. Als wir ankamen dachten wir alle nur „oh Gott, was um alles in der Welt machen wir hier“, aber als wir dann drin waren, und das kostenlose Buffet gesehen haben, das mit viel Liebe dekoriert war, wussten wir warum uns Al hierher gebracht hat. Einer von seinen geheimen Insidertips!

Bis zum Spiel dauerte es noch knapp eine Stunde, die wir mit HotDog Futtern und Reden verbrachten. Dann war es endlich soweit und die neue Season fing an!!! Worauf alle Amis schon seit Wochen warteten, und in Begeisterungsrufe ausbrechen lies sobald die Kommentatoren die Teams ansagten, lies uns irgendwie alle total kalt. Wir starrten auf die Screen als würden wir die Nachrichten schauen.
Da von uns keiner auch nur die leiseste Ahnung von Football hatte war es auch irgendwie sehr schwer in das Spiel reinzukommen. So klatschten wir halt wenn alle klatschten, und wenn wir das Gefühl hatte dass es für die New Orleans’ „Saints“ nicht so gut zu laufen schien, machten wir ein besorgtes Gesicht. Immer wieder informierten wir uns dann bei Al ob es denn eher gut oder eher schlecht für uns läuft, woraufhin er nur meinte dass die Saints so schlecht spielen würden, dass es fast schon gut wäre das wir den Mist den sie fabrizieren nicht verstehen.
Nachdem wir mit 7 Punkten Rückstand in eine Werbeunterbrechung gingen, war es auch für uns Zeit zu gehen, da man dieses Unheil einfach nicht noch länger ertragen konnte (Original Zitat von Al: „I can’t take this fuckin’ shit anymore!!!!“ ). Und auch wir waren heimlich froh darüber nicht das komplette Spiel anschauen zu müssen, da es für uns alle doch sehr langweilig war;-)
Und wir waren uns alle schnell einig: Es geht halt doch nichts über Fußball!!!!!

Zum Schluss sollte noch gesagt sein, dass die Saints mit 10 zu 41 haushoch gegen die Indianapolis Colts verloren haben. (Gott sei Dank waren wir da nicht mehr dabei)

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