Sonntag, 25. April 2010

Von Taupo nach Rotorua

Heute geht es wieder zurueck nach Rotorua, der Schwefelstadt im Norden Neuseelands.

Die Fahrt von Taupo aus dauerte nur etwa 45 Minuten, und so kamen wir schon recht frueh im Hostel an.

Es waren nur ein paar Leute die hier ausstiegen, da die meisten gleich zurueck nach Auckland fuhren.
Da ich allerdings noch ein paar Tage in Neuseeland uebrig hatte, verbrachte auch ich hier nochmal eine Nacht. Ich wuerde noch mehr als genug Zeit in Auckland uebrig haben.

Da das Wetter heute im Vergleich zu meinem ersten Besuch in Rotorua schoener war, beschloss ich nochmal eine Runde durch den Kiurai Park zu gehen, und mit die Schwefelloecher anzusehen. Die ein oder anderen Fotos nochmal zu machen, und dann mit den Bildern von meinem ersten Besuch hier auszutauschen.

Dannach ging ich noch eine Runde durch die Stadt, und machte auch hier nochmal ein paar Fotos. Es war schoen nun Bilder mit blauem Himmel machen zu koennen, als die wolkenverhangengen, grauen Bilder von meinem ersten Besuch.

Den spaeten Nachmittag bzw. Abend verbrachte ich dann wieder gemuetlich im Hostel.

Von Wellington nach Taupo

Gegen acht Uhr machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt nach Taupo ist relativ lang und vergleichsweise unspektakulaer. Die Landschaft ist hauptsaechlich gepraegt von Landwirtschaft. Weiten Feldern, Grasland, Schafen und Kuehen.

Wir legten wie schon auf der Hinfahrt einen Stop in Bulls ein, der Stadt in der alles auf ...bulls endetet, remember? :-)

Ansonsten verbrachten wir die Fahrt hauptsaechlich damit DVDs zu schauen oder zu schlafen.

Der Rueckweg einer Rundreise ist irgendwie immer unspektakulaerer als der Hinweg.

Von Kaikoura nach Wellington

Es geht zurueck auf die Nordinsel!

Wir verlassen Kaikoura ueber die Kuestenstrasse von wo aus wir einen letzten Blick auf das weite Meer, und auch ein paar Robben haben.

Bevor wir die Kueste schliesslich ganz hinter uns lassen legen wir einen kurzen Lunchstop in Kekerengu ein.

Da es allerdings eine Faehre zu erreichen galt, hatten wir nicht allzu viel Zeit um die Kueste ein letztes Mal entlangzuschlendern.
Wieder auf der Strasse fuhren wir an Lake Grassmere vorbei. Lake Grassmere ist eine Lagune an der Clifford Bay und etwa ein Drittel der Seeflaeche wird heute zur Salzgewinnung benutzt.

Die Salzgewinnung verlaeuft hier nach einem ziemlich simplen Prinzip, wie uns unser Fahrer erklaerte:
das Meerwasser wird durch kleine Leitungen in flache Auffangbecken geleitet, wo es dann immer wieder mal hin und her gepumpt wird und dabei dann schliesslich innerhalb kuerzester Zeit verdunstet. Zurueck bleibt das reine Salz, dass dann "aufgesammelt" wird- kein Wunder also das Salz ein so billiges Produkt im Supermarkt ist.

Als naechstes durchfahren wir Blenheim, dem Zentrum von Marborough, einer der besten Weingegenden Neuseelands.

Kurz darauf erreichen wir Picton, der kleinen Stadt an der Queen Charlotte Sound und dem Tor zur Nordinsel.
Von hier aus legte gegen 13.10 Uhr unsere Faehre ab. Die Fahrt dauerte wie auch schon auf dem Hinweg etwa drei Stunden.

Als wir dann gegen Nachmittag wieder in Wellington ankamen fuhren wir direkt ins Hostel und hatten den Nachmittag wieder frei.

Von Christchurch nach Kaikoura

Auf den langen Tag gestern, folgte heute eine vergleichsweise kurze Strecke.
Von Christchurch ging es zuerstmal durch die Canterbury Plains Richtung Kaikoura. In Cheviot machten wir einen kurzen Stop fuer all diejenigen die noch kein Fruehstueck hatten. In einer oertlichen Baeckerei gab es (wie eigentlich ueberall in Neuseeland) frische Pies, und Broetchen.

Zu dumm, dass ich bereits gegessen hatte :-(

Nach der kleinen Unterbrechung fuhren wir dann direkt nach Kaikoura durch.

Gegen Mittag kamen wir bereits in diesem kleinen Fischerdorf an der Ostkueste Neuseelands an.

"Kai-koura" stammt aus der Sprache der Maori, und bedeutet so viel wie "Krustentiere essen". Genaugenommen ist der volle Name der Stadt "Te-Ahi-Kai-Koura-a-Tama-Ki-Te Rangi", was so viel bedeutet wie "grossartiger Reisender blieb hier und entzuendete ein Lagerfeuer um eine Portion Krustentiere zu essen".
Somit waehre also auch geklaert wie die Stadt entstanden ist, bzw. was sie sie so auszeichnet.

Naemlich Fisch und Krustentiere. Ueberhaupt dreht sich hier alles um die See. Zu den beliebtesten Aktivitaeten zaehlen heute Whale Watching, mit Delphinen oder Seeloewen zu schwimmen, und natuerlich Angeln.
Es war also wenig verwunderlich, dass ein Teil unserer Gruppe an diesem Nachmittag noch zum Angeln ging, und mit ihren Faengen am Abend ein riesen Fish and Chips BBQ gefeiert wurde.

Fisch bis zum Umfallen- da freut sich die Nicki.... ;-) *rolleyes*

Samstag, 24. April 2010

Von Queenstown nach Christchurch

Einer der laengsten Tage auf der Strasse lag vor uns. Deshalb verlassen wir Queenstown frueh am Morgen und fahren durch den Kawarau Gorge ueber den Lindis Pass richtung MacKenzie Country.

In Twizel machten wir einen kurzen Stop um ein Paar Leute abzuholen, dann geht die Fahrt gleich weiter.

Zum Mittagessen halten wir an dem einzigartig, unfassbar blauen See "Lake Pukaki". Bei gutem Wetter und wolkenlosem Himmel, hat man von hier einen direkten Blick auf Mt. Cook, Neuseelands hoechstem Berg.

Leider hatten wir heute aber nicht ganz so viel Glueck, und bekamen nur ein Teilstueck zu sehen. Der Berggipfel war leider wolkenverhangen...

Wir legten einen erneuten Stop am Lake Tekapo ein, und schauten uns die Church of the Good Sheperd an. Die Kirche ist bekannt durch ihr grossen Glasfenster hinter dem Altar, durch das man einen schoenen Blick auf den See hat.

Nach dem jeder eine Chance bekommen hatte das typischen Touristenfoto zu schiessen, fuhren wir weiter.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir Geraldine, wo wir einen letzten Stop einlegten.

Gegen 16.30 Uhr kamen wir dann schliesslich in Christchurch an. Ich verstaute schnell meine Sachen im Hostel, und machte mich dann auf den Weg mir die Stadt noch ein wenig anzusehen.

Christchurch wird dank seiner vielen Parks und Gartenanlagen als Gartenstadt Neuseelands bezeichnet, und ist wohl zugleich die "englischste" Stadt ausserhalb Grossbritanniens. Unzaehlige kleine Reihenhaeser saeumen die Strassen, und beim Anblick der roten Telefonzellen-Haeuschen koennte man glatt denken man stehe irgendwo in Central London.

Mir hat Christchurch sehr sehr gut gefallen. Und von allen Staedten die wir bisher in Neuseeland besucht haben, ist Christchurch wohl die, in der ich mich am ehesten leben sehen koennte.


Die Stadt hat eine fantastische Lage: gegen das Landesinnere wird sie von den "Southern Alps" abgeschirmt, geht man Richtung Kueste erwarten einen weisse Sandstraende. Weinberge vervollstaendigen die Seiten, und ein maessiges Klima sorgt ganzjaehrig fuer angenehme Temperaturen.

Wer hier nicht leben koennte, kann es wahrscheinlich nirgendwo.

Queenstown, Tag II- Ein Ausflug zu Milford Sounds

Fuer unseren zweiten Tag in Queenstown hatte ich einen Ausflug zu Milfor Sounds gebucht.

Milford Sounds ist ein 15km langer Fjord und wichtigste Touristenattraktion des Fiordland National Parks im Suedwesten der Insel. Er gehoert zum Weltnaturerbe der UNESCO und lockt taeglich tausende von Besucher an.
Da die Fahrt von Queenstown aus mehrere Stunden dauert ging es schon frueh morgens los. Unseren ersten Stop legten wir in Te Anau ein, einer kleinen Stadt von der aus die 119km lange Milford Road beginnt.
Die Strasse wurde extra fuer touristische Zwecke angeleg, fuehrt durch unveraenderte Gebirgsregionen und gilt als eine der schoensten Bergstrassen der Welt.

Waehrende die ersten Kilometer noch vergleichsweise unspektakulaer sind, taucht man bereits nach dem Einbiegen in das Eglington Valley in eine wunderschoene Bergwelt ein.

Nach weiteren 55km Fahrt erreicht man die Mirror Lakes, in denen sich die hohen Berge bei Windstille malerisch spiegeln. Wir legten einen kurzen Stop ein, und machten viele Fotos dieses wahren Postkartenmotivs.

Nach den Mirror Lakes steigt die Strasse zu dem 532m hohen Passe "The Divide" an. Er ist der niedrigste Ost-West Pass der Neuseelaendischen Alpen, bietet aber einen schoenen Blick ueber mehrere Taeler.
Die Fahrt fuehrt weiter durch Taeler und unendlich schoene Landschaften, bevor schliesslich der 1200m lange Homer Tunnel durchfahren wird, der sich in eine mit Regenwald bedeckte Schlucht oeffnet, die zum Milford Sounds fuehrt.

Unser letzter Stop vor Milford Sounds war "the Chasm", einer Art natuerliches Loch in das die Stromschnellen des Cleddau River schiessen. Ein zehn minuetiger Rundweg geht einmal um dieses Loch herum, und bietet einem die Moeglichkeit diese riesigen Wassermassen zu sehen, die sich in dieser Enge ihren Weg zu bahnen scheinen.

Als wir schliesslich an den Milford Sounds ankommen, steigen wir in ein Boot um. Nach einem kurzen Mittagessen auf dem Schiff, fuhren wir dann los.
Das Boot fuehrte durch das Fjord, und gab einem die Moeglichkeit die vielen Wasserfaelle die von ueberall her in die Tiefe stuerzen aus naechster Naehe betrachten zu koennen.

Die Felswaende die das Fjord umgeben sind bis zu 1200m hoch, und mit dichtem Regenwald bewachsen. Im Wasser leben Robben, Delfine und Pinguine, und auch davon bekamen wir waehrend der Fahrt einige zu sehen.

Die Fahrt auf dem Schiff dauerte etwa zwei Stunden, und als wir wieder an Land waren, besuchten wir noch kurz das Underwater Observatory bevor wir uns wieder auf die lange Fahrt zurueck nach Queenstown machten.

Von Wanaka nach Queenstown

Der Tag begann mit einem Besuch im "Puzzling World" Center.
Mit mehreren Raeumen voll von optischen Illusionen, und einem riesigen Labyrinth ist das Center ein echt cooles Erlebnis.

Puzzling World oeffnete seinen Tueren erstmals 1973 mit dem ersten hoelzernen Labyrinth der Welt. Mit der Zeit kamen mehr und mehr gehirnverwirrende Spiele, Puzzle und Illusionen hinzu, und mittlerweise zaehlt das Center mehr als 160.000 Besucher pro Jahr.


Wir verbrachten etwa eineinhalb Stunden im Center, verirrten uns dabei mehrere Male im Labyrinth, liessen und von den ein oder anderen Gehirnspielen ueberraschen und verwirren, und machten schliesslich alle noch ein Foto von dem schiefen Turm von Wanaka, einem Turm der im 53 Grad Winkel zum Boden neigt (Vergleich: der Schiefe Turm von Pisa neigt sich um 6 Grad!!)

Anschliessend fuhren wir zum Kawarau Gorge. Die Landschaft auf der Fahrt wurde immer felsiger und bis 1863 konnte man keinen Weg durch den Canyon finden der bis nach Queenstown haette fuehren koennen.

Da Queenstown nicht nur die Adventure Capital Neuseelands ist, sondern auch die Heimat des aller ersten kommerziell betriebenen Bungy Jumps, machten wir einen etwas laengeren Stop an der Kawarau Bridge, und schauten den vielen Freiwilligen beim Springen zu. 43m geht es von der Bruckenplattform in die Tiefe, also im Vergleich zu vielen anderen Jumps eher einer der kleinen.

Dennoch war alleine das Zuschauen schon nervenaufreibend, wenn auch in gewisser Weise irgendwie anreizend und verlockend. Und so entschieden sich dann tatsaechlich noch ein paar Leute aus dem Bus selbst zu springen.

Als schliesslich jeder der wollte gesprungen war, fuhren wir weiter Richtung Queenstown. Wir legten noch den ein oder anderen Stop ein um Fotos von der Umgebung um Queensown machen zu koennen. Lake Wakitapu war einer davon.

Als wir schliesslich im Hostel ankamen checkten wir ein, und schauten uns noch ein wenig die Stadt an.

Fuer ein paar Adrenalinsuechtige ging es am Nachmittag nochmal zum Bungy Jumpen, dieses Mal aber einem Sprung der nichts fuer schwache Nerven ist: 134m geht es beim "Nevis Jump" in die Tiefe- 8.5 Sekunden freier Fall! Wer hier springt, springt ueberall.

Fuer alle diejenigen die nicht zu viel auf Bungy geben gab es eine andere adrenalin geladene Alternative. "Nevis Arc" ist die groesste und hoechste Schaukel der Welt, bei der man erst 60m im freien Fall in die Tiefe stuerzt bevor die 200m grosse Schwingschaukel einsetzt.

Kein Wunder also, dass Queenstown DIE Adventure Capital Neuseelands ist. Wer hier nichts findet um einen Adrenalin Rush zu bekommen, der findet nirgends etwas!

Ansonsten ist Queenstown einfach nur "cool" und ein beliebtes Fleckchen Erde.
Heute zaehlt die Stadt etwa 20.000 Einwohner, aber die Einwohnerzahlen wachsen stetig, und man geht davon aus, dass schon in den naechsten 10-20 Queenstown so gross sein wird wie Christchurch (400.000 Einwohner). Faszinierend und erschreckend zugleich.

Von Franz Josef nach Wanaka

Wir verliessen Franz Josef frueh am Morgen, da wiedereinmal ein langer Tag auf der Strasse vor uns lag.

Unser erster Stop war Lake Matheson in der Naehe der Stadt Fox Glacier.

Normalerweise ist der See bei guten Wetter fuer seine spektakulaeren, fast schon irrealen Spiegelbilder der umgebenden Berge (u.a. auch Mt. Cook) bekannt. Auf zahlreichen Postkarten und Fotodrucken die man in Souvenirlaeden kaufen kann, ist genau dieses Motiv zu sehen und gehoert deshalb wahrscheinlich zu den typischsten Bildern die man mit Neuseeland verbindet.


Aber leider hatten wir auch heute morgen kein Glueck mit dem Wetter.

Es war immernoch bewoelkt und nieselte vor sich hin. Wir liefen dennoch zu dem Aussichtspunkt am See, mit der winzig kleinen Hoffnung in uns, vielleicht doch so eine winzig kleine Reflektion sehen zu koennen.


Der Weg fuehrte wie so oft durch den wildwuchernden Wald und endete dann schliesslich am See. Aber wie schon erwartet gab es an diesem Morgen kein Spiegelbild. Leider.

Alles war wir sahen, war ein ganz normaler See inmitten von Wildnis.

Wir verbrachten also nicht allzuviel Zeit hier, sondern machten uns stattdessen wieder auf den Weg. Weiterhin Richtung Sueden und an der Kueste entlang.


Wir legten einen kleinen Lunchstop an einem Aussichtspunkt direkt am Strand ein. Die Brandung hier waren riesig, und auch wenn es zwar eher stuermisch und unberechenbar aussah, hatte diese raue Natur hier etwas.


Nach dem kurzen Mittagessen fuhren wir weiter. Als wir an Haast vorbeikamen, konnten wir einen letzten Blick auf die Kueste werfen, dann ging die Fahrt wieder gen Osten, in die Berge.

Die Landschaft veraenderte sich in den darauffolgenden Stunden wieder drastisch. Aus Sandstrand, und Kueste wurde wieder alpines Hochland.

Kurz vor Wanaka machten wir dann nochmal Halt am Lake Hawea.

Ganz im Gegensatz zum verregneten Morgen schien nun die Sonne, und der blaue Himmel bildete einen schoenen Kontrast zu dem Gelb der Blaetter und den gruenen Berghaengen um den See. Ein wirklich schoenes Motiv, von dem jeder von uns viele Fotos machte.

Den Rest des Tages verbrachten wir in Wanaka. Emma und ich liefen erst zu dem See direkt in der Stadt, und dann noch ein wenig durch Wanaka. Den Abend verbrachten wir gemuetlich im Hostel.

Freitag, 23. April 2010

Franz Josef, Tag II

Am naechsten Morgen hingen die Wolken tief, es regnete, war stuermisch und vor allem bitterkalt.
Na toll, da ist man nun schon nur einen Tag hier um an so einem Erlebnis teilzunehmen, und dann wird man auch noch mit so einem Sauwetter gestraft. Das war wirklich nicht fair.
Aber was will man machen- hilft ja schliesslich alles nichts.

Und so zogen wir uns eben noch waermer an, packten uns so richtig gut ein, nahmen ein lunch und viel zu trinken mit, und machten uns dann schliesslich in aller Fruehe auf zu Glacier Adventures.

Schon auf dem Weg dorthin wurden wir nur so durchtraenkt, machten aber noch Witze darueber wie kalt es erst auf dem Gletscher sein wuerde. Schliesslich fanden die Ausfluege bei jedem Wetter statt und wurden nur seltenst aufgrund von schlechten Wetterverhaeltnissen gecancelt.

Im Gletscher Center angekommen erwartete uns dann aber die boese Ueberraschung: saemtliche Hikes fuer den heutigen Tag waren tatsaechlich gecancelt worden!

Grund dafuer war nichtmal der Regen selbst, sondern die reissende Stroemung im Gletscherbecken die durch den Dauerregen der vergangenen Tage entstanden war.
Wie uns die Guides erklaerten sei es wohl zu gefaehrlich durch das Gletscher Valley zu laufen, solange der Fluss Hochwasser hat.

Tja, das war es dann wohl mit unserem Ausflug auf den Gletscher....
Enttaeuscht gingen wir wieder zurueck ins Hostel. Da standen wir nun, durchnaesst und aufgeweicht, hatten keine Ahnung was wir mit dem heutigen Tag anfangen sollten, abreisen konnten wir auch nicht. Und so blieb uns nichts anderes uebrig als uns die Zeit mit allen moeglichen Dingen totzuschlagen die sich Drinnen machen liessen.

Es war wirklich traurig und genaugenommen auch die groesste Zeitverschwendung. Aber wie schon gesagt - was will man machen...?

Von Lake Mahinapua nach Franz Josef

Der Morgen begann mit einer kurzen Fahrt zum nahegelegenen Bushman's Centre. Wer wollte konnte hier an einer kurzen Fuehrung teilnehmen, und sich dabei erklaeren lassen wie und womit die Menschen hier an der Westkueste ihren Lebensunterhalt verdienten und es teilweise noch tun.

Danach fuhren wir direkt nach Franz Josef. Die meisten von uns wuerden hier fuer zwei Naechte bleiben und am naechsten Tag an einer halb- oder ganztaegigen Gletscherwanderung teilnehmen.

Deshalb galt unser erster Stop in der Stadt dem
Unternehmen von Glacier Adventures um unsere Touren fuer den naechsten Tag zu buchen und zu bezahlen. Der Full day Glacier Hike zaehlt zu den beeindruckensten und deshalb auch beliebtesten Gletscherausfluegen und wir alle freuten uns schon sehr auf unseren Ausflug ins Eis am naechsten Tag.

Fuer den heutigen Tag liessen wir es daher etwas ruhiger angehen. Erstens mussten wir ja unsere Kraefte schonen, und zweitens war das Wetter sowieso alles andere als einladend.

Mit ein paar anderen Leuten aus dem Bus machten Emma und ich am Nachmittag dann aber doch noch eine kleine Wanderung. Da wir nicht so recht wussten was wir machen sollten, und auch nicht zu lange unterwegs sein wollten, entschieden wir uns fuer den Tartar Tunnel Walk, einem Weg, den uns unser Fahrer empfohlen hatte.

Der Weg fuehrte durch den Wald, steil den Berg hinauf - so viel zum Kraefte schonen. Dann muendete er in einen Tunnel der so stockdunkel war, dass man die eigene hand vor Augen nicht sehen konnte. Wir hatten zwei Taschenlampen dabei und machten uns damit vorsichtig auf den Weg durch das Dunkel. Als wir ploetzlich merkten dass wir nasse Fuesse bekamen drehten wir nochmal rum, zogen unsere Schuhe aus, und fingen nochmal von vorne an.
Dicht an dich, jeweils eine Hand auf den Schultern des Vorlaeufers liegend, wateten wir so durch das eiskalte Wasser.

Nach einer ganzen Weile, als noch immer kein Ausgang in Sicht war, beschlossen wir wieder umzudrehen und den selben Weg zurueck zu gehen.
Mittlerweile war es bereits spaeter Nachmittag, uns war kalt, wir hatten Hunger, und das Wetter war noch schlechter als vor ein paar Stunden. Es regnete in Stroemen, und es brauchte keine fuenf Minuten bis wir alle klatschnass waren.

Na hoffentlich wuerde es am naechsten Tag besser sein!

Von Westport nach Lake Mahinapua

Ein neuer Tag der mit einer Fahrt ueber den spektakulaeren Highway 6 beginnt. Das besondere an dieser Strasse ist, dass sie sich ueber 435km an der Tasmanischen Kueste entlang zieht, und dabei durch verschiedene atemberaubende Landschaften fuehrt.

Dazu gehoeren unter anderem immergruenes, fruchtbares Farmland, spaerlich besiedelte Ortschaften, verlassene Einoede, ueppige Regenwaelder und schneebedeckte Berggipfel der Sued-Alpen.

Unser heutiges Etappenziel Lake Mahinapua lag nicht allzuweit von Westport entfernt, daher konnten wir uns viel Zeit lassen und den ein oder anderen laengeren Stop einlegen.

Unser erster Stop lag nur etwa 10km hinter Westport. Cape Foulwind ist ein Kap an der Westkueste Neuseelands und der naehste Punkt zum Nachbarland Australien.
Und wenn man die Augen ganz eng zusammenkneift und die Ferne sieht...
...dann hat man absolut keine Chance etwas sehen zu koennen!
Dennoch ist man genau hier Australien so nah wir nirgendwo sonst in Neuseeland. :-)



Wir bekamen Zeit den Cape Foulwind Walk zu laufen; einem Spazierweg der sich immer entlang der Kueste zieht, an einer Robbenkolonie vorbei fuehrt und schliesslich im Tauranga Bay endet.

Nach etwa eineinhalb Stunden waren wir wieder zurueck am Bus und fuhren zu unserem naechsten Stop, dem Truman Track.

Ein Wanderweg der nur etwa 15 Minuten dauert, erst durch dichten Regenwald fuehrt und schliesslich auf einer natuerlichen Plattform direkt am Meer endet.


Ein angelegter Weg durch hoehlenartige Felsvorspruenge fuehrt dann nochmals bis zum Strand hinunter.
Es ist ein wirklich schoener Spaziergang, der wiedereinmal jeden Schritt wert war.


Nach einer erneuten, eher kurzen Busfahrt, erreichten wir dann Punakaiki.
Hier machten mir Halt fuers Mittagessen und um uns die beruehmten Pancake Rocks ansehen zu koennen. Die Pancake Rocks sind eine Felsformation aus Kalkgestein, deren Schichten unterschiedlich schnell erodiert sind, und deshalb aussehen wie uebereinander gestapelte Pfannkuchen. Ein kleiner rundweg fuehrt durch diese skurilen Felsen und bietet einem zahlreiche Fotomotive.

Einen weiteren und letzten Stop legten wir schliesslich in Greymouth ein. Greymouth ist mit rund 13.000 Einwohnern die groesste Stadt an der Westkueste Neuseelands und Start bzw. Endstation fuer den Trans Alpine Express, einem Zug der Greymouth mit Christchurch verbindet.

Wir bekamn ein wenig Zeit um fuer die Kostuemparty ("ich kann nicht glauben dass du sowas traegst?!") am Abend einzukaufen oder etwas zu Mittag zu essen.

Auf der anschliessenden Fahrt nach Lake Mahinapua kamen wir an Hokitika vorbei, einer Stadt die einst zu den wohlhabendsten Staedten der Welt gehoerte. Grund dafuer war der Arahura River, der ueber viele Jahre lang Unmengen von Gold an die Erdoberflaeche geschwemmt hat. Teilweise sogar so viel, dass es angeblich reichte einmal durch den Fluss zu laufen, und Gold an den Schuhsohlen kleben zu haben.

Und jedes Mal, wenn der Fluss nach schweren Regenfaellen ueber seine ufer getreten war, brauchte man nur zu warten bis das Wasser wieder zurueckgegangen war, bevor man dann am Ufer die Goldnuggets einsammeln zu koennen.
Diese Zeiten sind nun aber leider vorbei, und aus Hokitika ist eine mehr oder weniger normale Stadt geworden.

Weitere 10km suedwaerts kamen wir dann schliesslich in Lake Mahinapua an. Wir uebernachteten in einem lokalen Pub, dessen Besitzer aussah wie ein abgemagerter Weihnachtsmann.
Es gab ein Gruppen-BBQ mit anschliessender Kostuemparty.