Doch was genau ist eigentlich ein Icewalk?
Ganz einfach: unter einem Icewalk versteht man eine Wanderung durch einen Canyon, der eben total vereist ist :-)
Eigentlich kann man ganzjährig durch den Canyon laufen, und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser auch im Sommer bereits ein beeindruckendes Erlebnis ist. Im Winter allerdings, zählt er zu den kühnsten Wanderrouten im Banff National Park, und man muss sich buchstäblich warm anziehen ;-)
Durch die eisigen Temperaturen, die hier im Winter herrschen, verwandelt sich die komplette Schlucht in eine gefrorene Welt. Der Johnston Creek, der durch den Johnston Canyon fließt, ist dann beinahe komplett zugefroren, und die sonst so schroffen Felswände werden mit einer blau schimmernden Eisschicht überzogen.
Die Hauptattraktion und Ziel dieser Wanderung sind allerdings die 30 Meter hohen Upper Falls, die trotz der gewaltigen Fließkraft des Wassers fast völlig zu Eis erstarren! Nur wenn man genau aufpasst, kann man das Wasser hinter der dicken Eisschicht noch sehen und vor allem hören.
Und genau dieser, etwa 6 km lange Icewalk durch den Canyon zu den Upper Falls, war das Ziel dieses Tagesausflugs.
Mit einem Tourbus fuhren wir und noch etwa 10 andere Teilnehmer zu der in etwa 30 km entfernten Schlucht. Dort angekommen wurde jeder von uns mit sogenannten ice cleats ausgestattet. Darunter zu verstehen sind stollenartige Solen, die unter die Schuhe geschnallt werden um nicht so leicht ins Rutschen zu kommen. Nachdem sich also jeder eine extra Portion Sicherheit unter die Füße geschnallt hatte ging es los :-)
Der Weg durch den Canyon führt über Stahlwege die in die Felswände eingebaut sind. Links und/oder rechts davon kann man in die Tiefe schauen und im Sommer dabei zusehen wie und wo sich das Wasser seit Jahrtausenden seinen Weg bahnt.
Im Winter allerdings ist man von allen Seiten von Schnee und Eis umgeben. Das Gute an dem Schnee ist, dass alles und jeder Spuren darin hinterlässt. Und mit Hilfe unseres guides, der ein echter Spurenkenner war, wusste bald jeder von uns wie die Abdrücke von Füchsen, Rehen, Eichhörnchen und anderen Tieren aussahen.
Allerdings waren die Spuren im Schnee das, was uns am wenigsten interessiert hat :-) Schon viel mehr Aufmerksameit bekamen da all die Eiszapfen, die wie riesen große bizarre Eisskulpturen von den Felswänden hingen oder hervorstanden.
Nach etwa 30 Minuten kamen wir an den Lower Falls an, den ersten etwas kleineren Wasserfällen im Canyon.
Durch einen kleinen Tunnel der durch den Feldsen gehauen wurde, ist es möglich ziemlich nah an die Fälle heranzutreten. Dadurch konnte man einen guten Blick auf das Eis werfen, dass sich dort gebildet hat. Wenn man genau hingesehen hat, konnte man dort auch sehen, wie sich das Wasser nach wie vor noch seinen Weg hinter dem Eis entlang gebahnt hat.
Wir blieben alle noch eine Weile an den Fällen stehen, tranken heiße Schokolade und aßen dazu leckere Cookies, bevor wir uns schließlich wieder auf den Rückweg machten. Im Tourbus ging es dann wieder müde, erschöpft und durchgefroren zurück nach Banff.
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| Johnson Canyon |
