Mittwoch, 22. August 2007

Der erste Tag

Nach 12 Stunden Schlaf wachte ich am Sonntagmorgen erholt in meinem Hotelzimmer auf.
Ich bin in New Orleans war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss. Es war ein sehr schönes aber auch zugleich irgendwie merkwürdiges Gefühl. Alle Eindrücke des letzten Tages kamen in mir hoch, und ich saß bestimmt 5 Minuten erstmal nur regungslos in meinem Bett. Da ich aber einen riesen Hunger hatte entschied ich mich dafür schnell zu duschen, und in die Lobby zu gehen. Unten angekommen, fragte ich Yvonne an der Rezeption wo ich denn frühstücken könnte, da ich ja genaugenommen kein richtiger Gast war, und deshalb auch nicht im Restaurant essen durfte. Da aber jeder Intern hier irgendwie verschiedene Dinge tun durfte oder nicht durfte als er ankam (oder manches auch einfach so gemacht hat, ohne zu wissen ob es erlaubt ist oder nicht) meinte sie ich solle einfach mal im Restaurant fragen. Dort hieß es aber dann doch leider nein, unten sei die Kantine. :-(
Da ich keine Ahnung hatte wo sich dieselbige befindet nutzte ich meine Suche nach einem Frühstück für einen kleinen Rundgang durchs French Quarter. Auf der Straße kam mir dann gleichmal ein etwas älterer Schwarzer entgegen, streckte mir die Hand aus, fragte mich wie es mir gehen würde und wünschte mir einen guten Morgen bevor er mich dann fragte ob ich was zu essen für ihn hätte. Ich verneinte dies, und und um nicht allzu forsch zu wirken sagte ich ihm dass ich gerade erst aus Deutschland gekommen sei und bisher weder Essen noch Dollars hätte (was ja auch irgendwie stimmte, bis auf das mit den Dollars ;-)) Daraufhin bedankte er sich bei mir (wofür auch immer) und wünschte mir nochmals einen schönen Tag!!! Seine Freundlichkeit und der Anstand wundern mich heute noch irgendwie. Sowas hab ich bisher noch nie erlebt- freundliche, höfliche Bettler!
An der nächsten Ecke war ein kleiner Shop, der von Drogerieartikeln über Medikamente bis hin zu Essen und Trinken alles Mögliche verkauft. Leider nichts passendes für mich, also fragte ich an der Kasse nach wo man hier frühstücken könnte. Die Antwort der Kassiererin lies mich beinahe in schallendes Lachen ausbrechen: "Oh, there's a McDonald over there" .....!!!!!!???

Oh Gott, in welchen Film bin ich denn gerade gepurzelt. Klischeehafter hätte der Tag ja nicht beginnen können. Erst die Schattenseite der USA und dann die Junkfood Mentalität. Wie gesagt, am liebsten hätte ich laut losgelacht!!!!
Stattdessen ging ich weiter spazieren. Nebenbei soll gesagt sein, dass es hier jede Menge Läden gibt die Breakfast anbieten, aber eben nicht das was ich gesucht habe. Entweder es ist so ein richtig großes Frühstück und teuer oder eben die Billigvariante bei Fastfoodketten. Aber angeboten wird überall ähnliches. Man findet hier Eier, Speck, Fleisch, Sausages, Burger,...alles was mich mehr an Mittagessen erinnert als an Frühstück. (Folge: das erste was ich in Deutschland vermisse sind die unzähligen Bäcker)

Mittlerweile war es dann aber auch schon später Vormittag und ich beschloss das Frühstück ausfallen zu lassen. Mittagessen findet sich hier offensichtlich leichter!!!!
In einer Mal wurde ich dann fündig: Ceasar Salad- genau darauf hatte ich so richtig Lust! Lecker, billig, und annähernd gesund;-)

Gestärkt ging meine perönliche Sightseeing Tour dann weiter durchs French Quarter und zum Fluss. Ich konnte immernoch nicht fassen dass ich tatsächlich am Ufer des Mississippi stehe. Dem Fluss aus Filmen wie "vom Winde verweht", "Mississippi Burning" und anderen Südstaatengeschichten. Am liebsten hätte ich mich auf eine der vielen Bänke gesetzt um die Raddampfer und andere Schiffe zu beobachten. Da es jedoch knallig warm war, ging ich wieder ins Hotel zurück um mich etwas abzukühlen.

Dort traf ich wieder ein paar Interns, die mich dazu einluden mit ihnen und noch ein paar anderen am Abend Pizza essen zu gehen. Und obwohl es ja eigentlich erst mein aller erster Tag in New Orleans war, hatte ich schon zu diesem Zeitpunkt das Gefühl mindestens schon eine Woche dort zu sein. Ob es an den netten Leuten lag, oder daran, dass ich innerhalb eines Tages bereits das French Quarter abgelaufen habe weiß ich nicht, ist aber eigentlich auch egal.
New Orleans

3 Kommentare:

Klaus hat gesagt…

Hallo Nicki, schön daß Du dich so schnell in New Orleans eingelebt hast. Ist doch toll was man allein an einem Tag in einer fremden Stadt alles erleben kann. Jetzt bin ich neugierig auf weitere Fotos, Videos und natürlich viele Berichte.

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