Für unseren dritten Tag auf Vancouver Island hatten Steffen und ich uns überlegt einen Tagesausflug aus Victoria raus zu machen. Der Plan war Richtung Sooke zu fahren und es uns irgendwo an einer schönen, ruhigen Bucht gemütlich zu machen. Wer weiß, vielleicht würden wir ja sogar etwas baden gehen können?!
Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg. Unterwegs hielten wir ein paar Mal an, um an den ein oder anderen Stellen näher an das Wasser heran zu gehen. Hier waren wir also: direkt am Pazifik! Sowohl für Steffen als auch für mich war das etwas Neues, und glauben konnten wir es wohl beide noch nicht so ganz.
Etwa eine bis eineinhalb Stunden später kamen wir dann in Sooke an. Wir hofften darauf, irgendwo einen Strand zu finden. Allerdings schien es fast so, als wären sämtliche Buchten und Strände an ein Privatgrundstücke gebunden, und für Touristen völlig unzugänglich. Hmmm, so hatten wir uns das irgendwie nicht vorgestellt…
Es muss hier doch irgendwo einen zugänglichen Strand geben – am besten mit freiem Blick auf den weiten Ozean. Schließlich befinden wir uns hier am westlichsten Ende Kanadas. Da muss es doch was geben! Also schauten wir wieder auf die Karte. Ein Stückchen weiter nördlich entdeckten wir einen Ort namens Port Renfrew. Von dort aus, so schien es auf der Karte, hat man bestimmt einen super Blick auf, und direkten Zugang zum Pazifik. Wir beschlossen also weiterzufahren.
Eine Entscheidung, die abenteuerliche Folgen haben sollte!
Als wir Sooke wieder verließen wies ein Schild am Ortsausgang darauf hin, dass die nächste Tankstelle 65 km entfernt wäre. “Super” dachten wir uns. Jetzt wissen wir nicht nur ganz genau wie weit wir fahren müssen, sondern können dann in Port Renfrew auch nochmal voll tanken, bevor wir dann wieder nach Hause fahren würden.
Je weiter wir fuhren umso mehr fuhren wir ins Nichts! Es wurde waldiger und immer einsamer um uns herum. Teilweise waren wir die Einzigen unterwegs auf der Strecke. Die Straßen wurden unebener und holpriger. Merkwürdigerweise entfernten wir uns auch immer mehr vom Wasser?! Komisch, so sah das auf der Karte gar nicht aus… Aber naja, fahren wir halt mal auf der Straße weiter. Eine andere gab es ja sowieso nicht!
Etwa eine Stunde später kamen wir an ein paar Häusern, oder sollte ich eher sagen “Hütten” vorbei. Es ging über eine kleine Brücke, und dann schon wieder rein in den dichten Wald. Es ging auf schotterigen Straßen Berge hoch und wieder runter. Ab und an begegnete uns mal ein entgegenkommendes Fahrzeug. Aber sonst war um uns rum weit und breit Nichts. “Also, das muss doch jetzt hier irgendwann mal kommen…” dachten wir uns beide. Vor allem als unser Auto dann so langsam aber sicher durstig wurde…
Den Kilometerzähler immer im Blick fuhren wir weiter- folgten der Straße ins Nirgendwo.
Nach ein paar Kilometern hörte die Straße dann auf einmal auf! Überrascht wechselten Steffen und ich ein paar Blicke. Ähm, wie jetzt? Haben wir irgendwas verpasst? War da irgendwo eine versteckte Abzweigung oder irgendein Schild das wir übersehen haben? Und überhaupt, wo ist denn nun Port Renfrew und der Ozean? Mitten im Nirgendwo, umgeben von Wald standen wir da, auf einer Art Parkplatz und wussten nicht weiter. So war das irgendwie nicht geplant!
Ach ja, und das hier weit und breit natürlich auch keine Tankstelle zu sehen war, brauche ich denke ich nicht dazu zu sagen!
Wir stiegen aus und schauten uns ein wenig um. Hofften drauf irgendwo ein Schild zu finden, das Licht ins Dunkel bringen würde. Aber etwas anderes als ein paar Wanderwege schien es hier wirklich nicht zu geben. Als ich einen Motorradfahrer auf der anderen Seite des Parkplatzes sah, ging ich hin und sprach ihn an. Hoffend, er würde sich hier besser auskennen als wir zwei.
Ich dachte erst ich hätte mich verhört, als er auf meine Frage “wo hier die nächsten Tankstelle sei” mit “Sooke” antwortete. Wie bitte?! Und was ist mit dem Schild “nächsten Tankstelle in 65 km”? Verwirrt schaute ich ihn an. Als ich ihm von diesem Schild erzählte und ihn daraufhin nochmal fragte ob er denn nicht doch vielleicht noch von einer anderen Tankstelle wüsste, meinte er “hmm, es gibt da noch so ne kleine Tanke am Hafen von Port Renfrew. Die hat aber nicht immer offen. Und mal hat sie Benzin, und manchmal auch nicht”
Na toll! Das sind ja super Aussichten! Aber was soll man machen wenn man es nicht riskieren möchte auf dem Heimweg liegenzubleiben? Wir ließen uns also den Weg erklären und fuhren los.
Die Suche nach der Tankstelle stellte sich wieder als sehr interessant und abenteuerlich heraus. Erstmal mussten wir wieder zurück nach Port Renfrew. Ja richtig – die paar Hütten von denen wir es schon hatten - dann ging es wieder quer durch die Wildnis. Hatte er nicht gesagt “Hafen”? Also hier sah es nach allem anderen aus als Küste! Mal schauen wo das noch hinführt…
Eine gefühlte Ewigkeit und unzählige Kilometer später (wenn wir gewusst hätten wie lang sich das zieht, hätten wir auch gleich zurück nach Sooke fahren können), hörte die Straße dann wieder an so einer Art “Campingplatz” auf. Da auch hier nichts auch nur einer Tankstelle ähnlich sah, fragte ich wieder jemanden um Hilfe. Die Tankstelle befände sich “gleich da drüben” sagte mir die Frau und zeigte mit dem Finger auf einen großen Tank.
Und so sieht sie aus, die einzige Tankstelle in ganz Port Renfrew:

Etwas ahnungslos standen wir vor dem Tank und der “Zapfsäule” als der Besitzer kam und uns zur Hilfe eilte. Für wieviel wir tanken wollten war seine Frage an uns. Der Liter wäre $1.20. *schluck* (Ok, euch Deutschen mag das ja jetzt günstig erscheinen, erst recht wenn man das noch in Euro umrechnet- aber wenn man bedenkt das der Liter Benzin hier normalerweise um die $1 kostet, dann ist $1.20 der totale Wucher) Aber wir wollen ja mal nicht meckern, wo wir doch schon froh sind, dass wir überhaupt was kriegen. Um es einfach zu machen, sagte ich “für $12 ist ok”. Er kassierte gleich ab, und zückte dann, zu meiner Begeisterung seinen Taschenrechner. Als er sich dann mathematisch abgesichert hatte, dass er uns genau 10 Liter (und keinen Tropfen mehr) Benzin schuldete, betankte er endlich unser durstiges Auto. Während ich ihm beim Tanken zusah, dachte ich mir so, dass es doch bestimmt lustig gewesen wäre wenn ich einen anderen Betrag genannt hätte. Wie zum Beispiel $10.00, oder $13.59…
Ob er uns wirklich auf die Kommastelle genau betankt, oder doch eher vom Hof gejagt hätte? Ich werde es, sollte ich mich mal wieder in dieses Kaff verfahren ausprobieren.
Mit 10 Litern Benzin und einem beruhigten Gewissen fuhren wir dann wieder zurück nach Port Renfrew. So langsam knurrten auch unsere Mägen und wir wollten schauen ob vielleicht eine der Hütten etwas Essbares bot. Schließlich mussten die Menschen die in dieser Einöde lebten doch auch von irgendetwas leben. Wir kamen an einem kleinen Imbiss vorbei. Es saßen schon ein paar Leute auf der Terasse was wir als “ein gutes Zeichen” bewerteten. Wir bestellten Hamburger und bekamen kurz darauf auch einen riesen Burger und jede Menge country potatoes dazu serviert. Und naja, was soll ich sagen: einen Stern wird der Koch damit zwar nicht bekommen, aber es hat satt gemacht.
Nachdem wir gegessen hatten beschlossen wir wieder zurück
nach Sooke zu fahren. Denn baden gehen (oder sonst irgendetwas machen) konnte man hier auch nicht. Vielleicht hätten wir beim zweiten Mal mehr Glück.
Als wir so gegen 17 Uhr wieder in Sooke ankamen, parkten wir das Auto und fragten bei der Touristen Information nach, wo man am besten baden gehen koennte. Wir bekamen ein Karte und mehrere Möglichkeiten zur Auswahl.
Begeistert und erleichtert endlich zu wissen wo wir hingehen könnten, machten wir uns auf den Weg zu einem der Strände. Wir fuhren nochmal ein ganzes Stück, bevor wir endlich ankamen, aber wurden dafür mit hellem Sandstrand und klarem Wasser belohnt.
Den Plan vom Baden strichen wir zwar recht schnell, als wir merkten wie eisig kalt das Wasser ist, aber so ein bisschen mit den Füßen rein zu gehen war dann doch drin. Wir blieben eine ganze Weile an dem Strand, genossen die Abendsonne, die Landschaft und Ruhe bevor wir uns dann schließlich wieder auf den Rückweg nach Victoria machten.
Etwa eine bis eineinhalb Stunden später kamen wir dann in Sooke an. Wir hofften darauf, irgendwo einen Strand zu finden. Allerdings schien es fast so, als wären sämtliche Buchten und Strände an ein Privatgrundstücke gebunden, und für Touristen völlig unzugänglich. Hmmm, so hatten wir uns das irgendwie nicht vorgestellt…
Eine Entscheidung, die abenteuerliche Folgen haben sollte!
Als wir Sooke wieder verließen wies ein Schild am Ortsausgang darauf hin, dass die nächste Tankstelle 65 km entfernt wäre. “Super” dachten wir uns. Jetzt wissen wir nicht nur ganz genau wie weit wir fahren müssen, sondern können dann in Port Renfrew auch nochmal voll tanken, bevor wir dann wieder nach Hause fahren würden.
Je weiter wir fuhren umso mehr fuhren wir ins Nichts! Es wurde waldiger und immer einsamer um uns herum. Teilweise waren wir die Einzigen unterwegs auf der Strecke. Die Straßen wurden unebener und holpriger. Merkwürdigerweise entfernten wir uns auch immer mehr vom Wasser?! Komisch, so sah das auf der Karte gar nicht aus… Aber naja, fahren wir halt mal auf der Straße weiter. Eine andere gab es ja sowieso nicht!
Den Kilometerzähler immer im Blick fuhren wir weiter- folgten der Straße ins Nirgendwo.
Nach ein paar Kilometern hörte die Straße dann auf einmal auf! Überrascht wechselten Steffen und ich ein paar Blicke. Ähm, wie jetzt? Haben wir irgendwas verpasst? War da irgendwo eine versteckte Abzweigung oder irgendein Schild das wir übersehen haben? Und überhaupt, wo ist denn nun Port Renfrew und der Ozean? Mitten im Nirgendwo, umgeben von Wald standen wir da, auf einer Art Parkplatz und wussten nicht weiter. So war das irgendwie nicht geplant!
Ach ja, und das hier weit und breit natürlich auch keine Tankstelle zu sehen war, brauche ich denke ich nicht dazu zu sagen!
Wir stiegen aus und schauten uns ein wenig um. Hofften drauf irgendwo ein Schild zu finden, das Licht ins Dunkel bringen würde. Aber etwas anderes als ein paar Wanderwege schien es hier wirklich nicht zu geben. Als ich einen Motorradfahrer auf der anderen Seite des Parkplatzes sah, ging ich hin und sprach ihn an. Hoffend, er würde sich hier besser auskennen als wir zwei.
Ich dachte erst ich hätte mich verhört, als er auf meine Frage “wo hier die nächsten Tankstelle sei” mit “Sooke” antwortete. Wie bitte?! Und was ist mit dem Schild “nächsten Tankstelle in 65 km”? Verwirrt schaute ich ihn an. Als ich ihm von diesem Schild erzählte und ihn daraufhin nochmal fragte ob er denn nicht doch vielleicht noch von einer anderen Tankstelle wüsste, meinte er “hmm, es gibt da noch so ne kleine Tanke am Hafen von Port Renfrew. Die hat aber nicht immer offen. Und mal hat sie Benzin, und manchmal auch nicht”
Na toll! Das sind ja super Aussichten! Aber was soll man machen wenn man es nicht riskieren möchte auf dem Heimweg liegenzubleiben? Wir ließen uns also den Weg erklären und fuhren los.
Die Suche nach der Tankstelle stellte sich wieder als sehr interessant und abenteuerlich heraus. Erstmal mussten wir wieder zurück nach Port Renfrew. Ja richtig – die paar Hütten von denen wir es schon hatten - dann ging es wieder quer durch die Wildnis. Hatte er nicht gesagt “Hafen”? Also hier sah es nach allem anderen aus als Küste! Mal schauen wo das noch hinführt…
Eine gefühlte Ewigkeit und unzählige Kilometer später (wenn wir gewusst hätten wie lang sich das zieht, hätten wir auch gleich zurück nach Sooke fahren können), hörte die Straße dann wieder an so einer Art “Campingplatz” auf. Da auch hier nichts auch nur einer Tankstelle ähnlich sah, fragte ich wieder jemanden um Hilfe. Die Tankstelle befände sich “gleich da drüben” sagte mir die Frau und zeigte mit dem Finger auf einen großen Tank.
Und so sieht sie aus, die einzige Tankstelle in ganz Port Renfrew:
Etwas ahnungslos standen wir vor dem Tank und der “Zapfsäule” als der Besitzer kam und uns zur Hilfe eilte. Für wieviel wir tanken wollten war seine Frage an uns. Der Liter wäre $1.20. *schluck* (Ok, euch Deutschen mag das ja jetzt günstig erscheinen, erst recht wenn man das noch in Euro umrechnet- aber wenn man bedenkt das der Liter Benzin hier normalerweise um die $1 kostet, dann ist $1.20 der totale Wucher) Aber wir wollen ja mal nicht meckern, wo wir doch schon froh sind, dass wir überhaupt was kriegen. Um es einfach zu machen, sagte ich “für $12 ist ok”. Er kassierte gleich ab, und zückte dann, zu meiner Begeisterung seinen Taschenrechner. Als er sich dann mathematisch abgesichert hatte, dass er uns genau 10 Liter (und keinen Tropfen mehr) Benzin schuldete, betankte er endlich unser durstiges Auto. Während ich ihm beim Tanken zusah, dachte ich mir so, dass es doch bestimmt lustig gewesen wäre wenn ich einen anderen Betrag genannt hätte. Wie zum Beispiel $10.00, oder $13.59…
Ob er uns wirklich auf die Kommastelle genau betankt, oder doch eher vom Hof gejagt hätte? Ich werde es, sollte ich mich mal wieder in dieses Kaff verfahren ausprobieren.
Nachdem wir gegessen hatten beschlossen wir wieder zurück
Als wir so gegen 17 Uhr wieder in Sooke ankamen, parkten wir das Auto und fragten bei der Touristen Information nach, wo man am besten baden gehen koennte. Wir bekamen ein Karte und mehrere Möglichkeiten zur Auswahl.
Begeistert und erleichtert endlich zu wissen wo wir hingehen könnten, machten wir uns auf den Weg zu einem der Strände. Wir fuhren nochmal ein ganzes Stück, bevor wir endlich ankamen, aber wurden dafür mit hellem Sandstrand und klarem Wasser belohnt.
Den Plan vom Baden strichen wir zwar recht schnell, als wir merkten wie eisig kalt das Wasser ist, aber so ein bisschen mit den Füßen rein zu gehen war dann doch drin. Wir blieben eine ganze Weile an dem Strand, genossen die Abendsonne, die Landschaft und Ruhe bevor wir uns dann schließlich wieder auf den Rückweg nach Victoria machten.
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