Freitag, 30. November 2007

Happy (belated) Thanksgiving

Für alle von euch die schon seit Wochen auf einen neuen Bericht von mir warten, und die wie ich kaum glauben können, dass der November in meinem Blog einfach so übergangen wurde, kommt jetzt ein kleiner Nachtrag. Schließlich fand in diesem Monat der Feiertag schlechthin in den USA statt, und den will ich euch natürlich nicht vorenthalten. ;-)

Also dachte ich mir erklär ich euch doch einfach was es mit diesem „Thanksgiving“ auf sich hat. Thanksgiving findet in den USA immer am vierten Donnerstag im November statt. Obwohl in vielen Ländern "Erntedankfeste" im Kalender stehen, umweht das amerikanische eine Besonderheit. Denn wie die Geschichte erzählt hatten die Pilgerväter, die 1620 von England über den großen Teich nach Amerika kamen, ein unbeschreiblich hartes erstes Jahr in der Neuen Welt. Die ortsansässigen Indianer zeigten ihnen daraufhin, wie Mais und andere Getreidearten anzubauen sind, woraufhin die Ernte im darauffolgenden Jahr außergewöhnlich reich ausfiel. (Auch das Rezept für Popcorn soll angeblich von den Indianern stammen.) Deshalb veranstalteten die Pilgerväter ein Festmahl für die Indianer bei dem sie sich bei ihnen für die Hilfe bedankten, und vermutlich noch ganz nebenbei gesagt haben: „Ach übrigens wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das ganze Land haben wollen.“ (Allerdings wird dieser Teil der Geschichte gerne ausgelassen, denn die Ausrottung der Indianer ist ein Thema dass hier gern unter den Teppich gekehrt wird.)

Wie auch immer: Heute ist "Thanksgiving" jedenfalls einer der höchsten Feiertage in Amerika. Die Familien kommen zusammen, was dazu geführt hat, dass die Zeit um Thanksgiving die Hauptreisezeit in den USA ist: Straßen sind verstopft, Flüge ausgebucht. Hinzukommt, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht nur an Thanksgiving frei hat, sondern auch an dem drauffolgenden Freitag, was den meisten, wenn man das Wochenende dazu rechnet, vier freie Tage beschert. Ein echter Luxus in Amerika!

Traditionell kommt zu Thanksgiving natürlich Truthahnbraten mit Preiselbeeren-Sauce ("cranberry sauce") auf den Tisch. Auch Kürbiskuchen und süße Kartoffeln erfreuen sich größter Beliebtheit (was mich immer wieder vor Rätsel stellt...) Zum Fest gehört auch, dass man in sich geht und reflektiert, wofür man dankbar in seinem Leben ist. Bevor man sich den Bauch vollschlägt, sagt jeder am Tisch reihum, was ihn mit Dankbarkeit erfüllt: "I am thankful for ...".

Nach dem Essen sitzt man vor dem Fernseher und schaut "Football", wieso und weshalb konnte ich noch nicht herausfinden. Thanksgiving ist so schön, weil man keine Geschenke kaufen oder Karten schreiben oder sonst irgendetwas tun muss, sondern nur essen bis man aussieht wie ein Ballon (und das können die Amis ja besonders gut). Schade an Thanksgiving ist nur, dass es weniger als einen Monat vor Weihnachten liegt, und dadurch die Vorweihnachtszeit eher spärlich ausfällt. Während in Deutschland schon kaum das man die Uhr umgestellt hat die Nikoläuse darauf warten gekauft zu werden, fängt der ganze Weihnachtszirkus hier erst relativ spät an. Genau genommen am Freitag nach Thanksgiving. Und da hier die Adventszeit nicht wirklich gefeiert wird beschränkt sich die Vorweihnachtszeit auf die Schaufensterauslagen und die Christmassongs im Radio.

Meine persönliche Erfahrung was Thanksgiving anbetrifft? Nun ja, wie das halt so ist mit Feiertagen mit denen man nicht aufgewachsen ist- sie sagen einem herzlich wenig!!! Und man ist gerne bereit zu arbeiten damit die Einheimischen frei bekommen können. Es ist ja eh nicht so das man sich an solch einem Tag überarbeiten würde...

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