Montag, 10. Dezember 2007

Swamp Tour, oder – wo sind nur die Krokodile?

Anfang Dezember hatte ich Besuch aus Kanada. Papa und Barbara sind für vier Tage nach New Orleans gekommen, was mir nicht nur drei freie Tage bescherte, sondern auch einen kurzen Ausbruch aus dem Alltag ;-)

Habt ihr schon mal Besuch aus dem Ausland gehabt, und bemerkt was das für einen selber bedeutet? Kaum zeigt man den Besuchern die Gegend in der man lebt und sich rumtreibt, fühlt man sich wieder selbst wie ein Tourist. Und das im eigenen Zuhause.

Aber das ist eigentlich ganz gut, denn da ich selber nie die Zeit hatte wirklich Urlauber in New Orleans zu sein hat es mich umso mehr gefreut nun auch mal selber die Touristenattraktionen mitmachen zu können. Eine dieser Attraktionen, um die kein Tourist der ernsthaft New Orleans erkunden will herumkommt, ist die sogenannte „Swamp Tour“.

Bei einer Swamptour handelt es sich um eine geführte Tour durch die swamps, also den Sumpfgebieten des Mississippi, bei der man dann mit ein bisschen Glück Krokodile entdecken kann. Die Swamptour ist der Renner unter den Touren die man in New Orleans machen kann, deshalb habe ich mich darauf auch ganz besonders gefreut;-)

Mir einem Tourbus wurden wir und etwa 20 andere Touristen aus der Stadt ins nahe gelegene Westwego gefahren. (Wer über den Namen stolpert muss ihn nur mal langsam, Silbe für Silbe lesen: West- we- go. Womit auch geklärt wäre wo sich jene Stadt befindet, und wie der Name zustande kam...Richtig- von den ersten Siedlern die es nach Westen zog;-)) Diese und noch mehr Geschichten vom früheren New Orleans erzählte uns der Fahrer auf der Fahrt dorthin und erklärte, an noch anderen amüsanten Beispielen, warum hier unten im Süden das ein oder andere eben doch etwas anders läuft als im Rest der USA.

Nach einer halben Stunde etwa kamen wir an unserem Zielort an, an dem schon ein, nennen wir ihn mal Naturforscher, auf uns wartete.

Er erzählte uns etwas über die verschiedenen Tiere und Reptilien die man in den swamps so finden kann, und hat uns zu unserem besseren Verständnis ein paar seiner „Haustierchen“ gleich mal als lebende Vorführexemplare mitgebracht. Darunter waren eine kleine Schlange (sein „Baby“), eine Schnapp- Schildkröte (wenn die zubeißt hast du keinen Finger mehr) und ein kleines Krokodil, zur Einstimmung auf die hoffentlich etwas größeren Exemplare in den swamps!!! Will jemand streicheln???

Dann ging’s rauf aufs Boot, und nachdem jeder einen Platz eingenommen hatte schipperten wir langsam los. Jeder von uns suchte aufmerksam die Wasseroberfläche oder die Ufer ab und starrte angestrengt auf jeden noch so lebendig aussehenden Baumstamm. Aber außer Fischreihern, skurrilen Bäumen und anderen merkwürdigen Gewächsen sahen wir nichts. Als ich schon das Gefühl hatte dass heute wohl kein guter Tag war um Krokodile in freier Wildbahn zu sehen, stoppte der Kapitän plötzlich mit einem Ruck den Motor und zeigte ganz aufgeregt auf eine mit Wasserpflanzen bedeckte Stelle im Wasser. Und da, auf einmal, konnte ich sie sehen: ein paar grüne Augen, die neugierig, oder auch gelangweilt aus dem Wasser starrten. Der Rest des Körpers war kaum zu erkennen, bzw. hätte von einem Baumstamm kaum unterschieden werden können.

Aber nachdem wir nun also mit Hilfe des Kapitäns wussten, wonach wir schauen mussten (nämlich nach irgendetwas das aussah wie Baumstamm, aber vielleicht auch Krokodil sein könnte ;-)) ging es ein wenig einfacher die versteckten Krokodile unter der Wasseroberfläche ausfindig zu machen. Trotzdem erforderte es immer noch extremste Aufmerksamkeit von jedem der Teilnehmer. Und so ein bisschen hatte die ganze Tour etwas von "die Nadel im Heuhaufen suchen" :-) Aber es hat geklappt- und immer wenn einer was entdeckt hat, hat er gleich den anderen Bescheid gegeben, und man hat sich gegenseitig geholfen das vermeintliche Krokodil ausfindidig zu machen.

Insgesamt ging die Tour so etwa eine Stunde, und als wir wieder am Dock ankamen, hatten wir doch ein paar schöne Exemplare vor die Linse bekommen. Aber schaut doch einfach selbst:

swamptour


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