Wer kennt diesen Spruch nicht? Und was gibt es ursprünglicheres als die Rocky Mountains auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden? Und so habe ich neulich endlich das gemacht was schon seit Monaten auf meiner „to do Liste“ steht, und ich auch eigentlich schon längst abgehakt haben wollte. Und zwar war ich horseback riding!Warner Stables ist eine kleine Pferderanch am Südende von Banff, und bietet Touristen wie auch Locals verschiedene Trail Rides an. Von ein- bis mehrstündigen Ausritten, über Tagestouren bis hin zu ganzen Reiterferien, kann alles gebucht werden.
Wir entschieden uns für den Sundance Loop Ride, einer Tour die durch Cave & Basin (den ursprünglichen Hot Springs) führt, dann am Bow River entlang, ein Stück weit bergauf zum Windy Knoll Aussichtspunkt, und dann schließlich wieder zurück zu Warner Stables. Der Ritt dauert etwa 2 Stunden, und man hat eine herrliche Aussicht auf die Umgebung!
Wir, das waren Susan, Katharina, Vanessa, Lisa, Nathalie und ich, haben die 10 Uhr Tour gebucht, da einige von uns am Mittag noch arbeiten mussten. Wir hatten ziemliches Glück mit unserer Gruppe, denn außer uns war nur noch ein Japaner dabei, was die Tour beinahe zu einem Privatvergnügen gemacht hätte. Allerdings sollte dieser Japaner sich dan
n doch noch als die gößte Lachnummer herausstellen, weswegen jeder ganz froh darüber war, ihn mit dabei zu haben :-) Aber dazu später...
Nachdem wir uns alle komplett bei Warner Saples eingfunden hatten, wurde uns kurz erklärt wo wir ausreiten würden, dann wurde
jeder von uns mit seinem Pferd bekannt gemacht. Meins hieß Aveno, und ist angeblich ein gaaaanz artiges Ausrittspferd, das keine Mucken macht. Gut, dann wäre das also geklärt :-)
Nun ging es ans Aufsitzen. Und hmmm, was soll ich dazu sagen, außer: ähm, wie soll ich bitte schön, aus dem Stand heraus, in Jeans (!), meinen Fuß in etwas stellen, dass oberhalb meiner Hüfte hängt und dann auch noch davonläuft???
Aber Gott sei Dank gab es ja dann doch noch die echten Cowboys, die dummen Touristen wie uns, auf idiotensichere Weise in den Sattel helfen. „Stellst du einfach nur linken Fuß in linken Steigbügel, streckst dich auf das doppelte deiner Größe, ergreifst den Sattel und ziehst dich mit Schwung hoch. Und wenn ich dir dabei an den Hintern grabschen darf geht’s leichter!“ Na wenn das so ist... ;-) Und siehe da- funktioniert einwandfrei!!! :-)
Mit ein bisschen Hilfe also, hat es dann auch jeder von uns geschafft gleich aufzusitzen. Moment, sagte ich jeder? Wenn ja, dann muss ich mich korrigieren! Denn einer hat es vorgezogen alleine aufzusitzen. Richtig, unser netter Möchtegern-Cowboy aus Japan! Ich mein, es war ja schon ein Bild für die Götter, wie er da so in seiner Lederjacke und Designersonnenbrille ganz lässig, cool neben dem Pferd stand, aber es sollte noch besser kommen! Denn als er dann die Hilfe beim Aufsitzen ablehnte dachte schon jeder so „oh, das könnte interessant werden“
Und wurde es in der Tat auch! Seinen, auf Hochglanz pollierten Schuh, in den Steigbügel zu setzen und dabei die Balance auf den Zehenspitzen des anderen Beins zu halten, ging noch ganz gut. Aber was dann folgte grenzt an Tierquälerei! Statt sich wie alle anderen am Sattel des Pferes festzuhalten, und sich mit Schwung hochzuziehen, zog es Mr. „Ich-kann-es-alleine“ vor, sich doch direkt am Pferd festzuhalten, genauergesagt dessen Mähne. So zog er sich dann krampfhaft seinen Weg nach oben, verpasste dem armen Tier dabei noch einen Tritt in dessen Bauch, als er zu früh versucht hat sein rechtes Bein auf die andere Seite zu bekommen und war selbst dem Ersticken nahe....!!! Glaubt mir, dieses Pferd war ein Heiliger!
Als wir dann schließlich ALLE unsere Position als Reiter eingenommen hatten, bekamen wir noch ein paar Instruktionen mit auf den Weg, die uns dabei helfen würden, die Pferde dazu zu bringen das zu tun was wir von ihnen wollen.
Der Guide ritt allen voraus, dicht gefolg von unserem japanischen Freund, und so trabten wir in einer Linie, alle schön hintere
inander her.
Da die Pferde alle sehr gut trainiert waren, und solche Touren auch mehrmals die Woche machen, ging das auch alles von ganz alleine. Sie reihten sich ganz von selbst ein, folgten dem Pferd vor sich auf Schritt und Tritt, und hielten an dem Tempo fest das vorgelegt wurde. Man selbst musste eigentlich nicht wirklich viel machen. Selbst wenn es um die Kurve ging, musste man nur seltenst die Zügel benutze, um dem Pferd die Richtung zu weisen.
Das gab einem dann die Gelegenheit sich die Gegend anzuschauen, Fotos zu machen, und ab und zu mal einen Blick zurück zu den anderen zu werfen.
Wobei ich zugeben muss, dass der Blick nach Vorne eindeutig spannender und auch lustiger war! Die Show die der
Japaner abzog war einfach nur einmalig :-) Ganz cool saß er im Sattel, eine Hand am Zügel, die andere schwang immer schön lässig neben dem Körper oder über dem Kopf her, so als wolle er jeden Moment sein imaginäres Lasso auswerfen. ;-) Yeah, das war sein Moment, sein Kindheitstraum, sein Marlboro Country! Er und sein Pferd, zusammen im Einklang der Natur - und jeder sollte es sehen :-) Und wir sahen es, jeder von uns! Nur konnten wir uns allerdings alle kaum das Lachen verkneifen :-)))
Und so ritten wir dann eben durch Wald und Wiesen, insgesamt zwei Stunden lang. Was zwar einerseits wie im Flug vergeht, andererseits dann aber auch echt reicht. Denn mit der Zeit tut einem schon ganz schön der Hintern bzw. das Steißbein weh. Vor allem wenn das Pferd dann ab und zu lostrabt, und man bei jedem Schritt hart im Sattel aufkommt. Außerdem war es an diesem Morgen auch noch recht frisch, und wir alle ganz schön durchgefroren als wir dann wieder bei Warner Stables ankamen.
Daher gab es auch nur noch ein schnelles Gruppenfoto bevor wir wieder nach Hause sind :-)



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