Dienstag, 30. September 2008

The beauty of fall...

So, nach einem kurzen Besuch in der Heimat bin ich nun bereits wieder seit ein paar Wochen zurück in Kanada und habe schon wieder ganz viele tolle Dinge erlebt, die ich euch heute erzählen und auch zeigen will. Denn wie immer gibt’s natürlich auch dieses Mal wieder vieeele schöne Fotos. Und ich denke ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage dass euch ein paar von den Bildern wahrscheinlich den Atem rauben werden ;-)

Aber erstmal der Reihe nach: als ich am 25. September wieder in Calgary gelandet bin, da musste ich überrascht feststellen, dass sich, in den zehn Tagen die ich außer Landes war, hier landschaftlich gesehen so einiges verändert hatte!

Keine Angst die Berge sind alle noch da ;-) aber die Wälder die diese bedecken, erstrahlten nun in einem so satten Gelb, wie ich es noch niemals zuvor gesehen habe...

Normalerweise wenn man an den Herbst in Kanada denkt, fällt einem gleich das Stichwort „Indian Summer“ ein. Nun, so ein richtiger Indian Summer ist das hier draußen im Westen zwar nicht, denn dazu fehlen hier einfach die klassisch rotverfärbten Ahornbäume, aber dennoch ist die Verfärbung der Blätter und Nadeln hier einfach nur atemberaubend! Du findest eine solche Vielzahl von Gelb-und Goldtönen, das ist unbeschreiblich. Dazu dann noch dieser unglaublich blaue Himmel, und du hast eine Szenerie wie im Bilderbuch!!!

Da das Wetter auch in den darauffolgenden Tagen äußerst freundlich war, habe ich nicht nur ein super schönes Geburtstagswetter gehabt, sondern auch am Tag drauf die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, und bin mit Olga und Reto raus ins Grüne gefahren. Oh 'tschuldingung, ich mein natürlich Gelbe:-)

Die Idee kam uns ganz spontan am Abend davor auf meiner Geburtstagsfeier, als wir ,so mehr aus Spaß meinten, dass dieses letzte Wochenende im September, wohl eine der letzten Gelegenheiten bieten würde noch einmal ein paar Sonnenstrahlen einzufangen, bevor dann der frühe und lange Winter kommt. Daraufhin meinte dann Olga nur so „wisst ihr was? Lasst uns doch morgen ins Larch Valley gehen. Denn wenn es irgendwo einen Ort gibt, an dem man einen schönen Herbsttag voll auskosten kann, dann ist es diese Hochebene oberhalb vom Morraine Lake!!!“ Dann erzählte sie uns von dem goldenen Glanz und Leuchten der Bäume, die in einem krassen Kontrast zu dem tiefblauen Himmel und den bereits mit Schnee bedeckten Bergen stehen, und wahnsinnig schöne Fotomotive darstellen würden.

Und naja was soll ich sagen, das klang einfach so vielversprechend, das mussten wir natürlich gleich in Echt sehen!!! Geht ja gar nicht anders :-)

Also haben wir uns dann am Sonntag gleich morgens in der Frühe getroffen und sind mit dem Auto zum Morraine Lake gefahren. Von dort aus begann dann unsere kleine Wanderung. Vom See aus bis zum valley sind es zwar nur 4,2 Kilometer, aber die haben es in sich :-)) Der erste Kilometer geht noch recht gemütlich am See entlang, eine leichte Steigung, aber nicht weiter tragisch. Aber dann, dann geht es auf 3,2 Kilometern steil bergauf!!! Und ich meine wirklich steil. Immerhin muss ein Höhenunterschied von etwa 550m überwunden werden ;-)

Der Aufstieg dauert so etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Der Weg den man dabei zurücklegt, führt immer schön in Kehren durch den dichten Wald, mal linksrum, mal rechtsrum! Immer wieder mal eröffnet sich einem, durch die Bäume hindurch, der Ausblick auf den türkisfarbenen Morraine Lake; was einem wiederum jedesmal wieder eine gute Ausrede dafür liefert eine kleine Verschnaufspause einzulegen ;-) Dann geht es wieder weiter, steil bergauf- sind wir bald da??? *quengel*

Und dann plötzlich, wie durch ein Wunder, lichtet sich der Wald und geht stattdessen in weites alpines Hochland mit offen Wäldern aus Lärchen und großflächigen Wiesen über.

Dort angekommen erwartet einen eine Aussicht, für die es im ersten Moment keine Worte gibt, die ihr gerecht werden würden. Wahrscheinlich war deshalb auch jeder von uns dreien erstmal einfach nur total sprachlos. Na gut, vielleicht auch ein bisschen weil wir alle noch ganz aus der Puste waren ;-))

Aber schaut es euch doch einfach selbst an!!! Und stellt euch dabei vor, ihr stündet dort wirklich inmitten dieses Goldrausches, könntet die Reinheit der Luft mit jedem Atemnzug in euch spüren, und den Wind der euch um die Nase weht fühlen. Mal ehrlich, ist das nicht einmalig schön?

Larch Valley

Der Weg führte dann auf weiteren 2,8 Kilometern durch das Valley, bis zu einem der Minnestimma Lakes, was soviel wie „schlafendes Gewässer“ bedeutet. Auf einem der vielen Felsblöcke im Valley haben wir erstmal eine kleine Rast eingelegt, etwas gegessen und uns gesonnt, dann sind wir weiter gelaufen bis ans Ende des Valleys. Von dort aus geht ein anderer hike los, der Sentinel Pass, der mit 2605m der höchste Punkte auf ausgeschriebenen Wanderrouten in den Canadian Rockies ist.

Allerdings ist das nochmal ein weiterer Anstieg von etwa 2 Stunden Länge, und da es bereits Nachmittag war beschlossen wir, uns wieder an den Abstieg zu machen und stattdessen noch den „rock mountain“ am Morraine Lake zu erklimmen, von wo aus man ein tolles Panorama auf den See und die Berge drumherum hat :-)

Nachdem wir dann also noch eine kleine Weile das Panorama genossen und unzählige Fotos gemacht hatten, fuhren wir wieder nach Hause. Immer noch total eingenommen von den vielen schönen Eindrücken und Momenten des Tages, redeten wir auf der Fahrt nach Hause fast kein Wort...

Und auch heute noch ist der Ausflug ins Larch Valley eines der Erlebnisse, die noch ganz tief in mir nachwirken wenn ich auch nur daran denke.

Ein nachträglicher Geburtstagsausflug wie er nicht besser und schöner hätte sein können!!!


2 Kommentare:

Klaus hat gesagt…

Hallo Nicki, ein wirklich toller Artikel mit atemberaubenden Fotos. Ich habe mir erlaubt einen Hinweis mit Link auf meine Homepage zu setzen.

Charlene hat gesagt…

Was für wunderschöne Landschaften und Fotos, du bist echt zu beneiden. Und da auch noch zu leben. Da gewöhnt man sich richtig an diese Schönheit und das triste Deutschland kommt richtig grau vor, wenn man einmal dahin zurückkehrt. Liebe Grüße