Sonntag, 31. August 2008

1 year abroad – ein Rückblick auf 12 tolle Monate im Ausland

Wie der Titel schon andeutet, soll dieser Bericht ein kleiner Rückblick auf das letzte Jahr sein das ich im Ausland, besser gesagt in zwei Ländern verbracht habe.

Für alle die es kaum glauben können, dass mein Aufbruch nach New Orleans bereits über ein Jahr zurückliegt, die kann ich beruhigen: als ich hier in Kanada am 18. August morgens aufgewacht bin, konnte ich es selbst nicht fassen, dass ich genau 365 Tage zuvor noch in Stuttgart am Flughafen saß, oder noch besser, vor 366 Tagen in Möhringen beim Italiener ein letztes Mal mit meiner Familie essen war!!! Wie viel ist doch in diesem Jahr passiert...

Wie ihr wisst habe ich die ersten 5 Monate des letzten Jahres in New Orleans verbracht. Habe mitten im French Quarter mit anderen Interns aus Europa in einem Haus direkt neben dem Hotel gelebt und meine Freizeit damit verbracht dass unglaubliche Wetter zu genießen oder am Abend auf der berühmt berüchtigten Bourbon Street in Flip Flops entlangzuschlendern.

Ich habe viel über American Football gelernt, Marching Bands gesehen, bin mit einem Boot durch die Swamps gefahren und habe lebende Krokodile beim Sonnenbaden beobachtet. Weiß jetzt wie Beignets aus dem Café du Monde schmecken und wie das Orgelspiel der Raddampfer auf dem Mississippi klingt. Ich habe Jazzbands und andere Musiker auf offener Straße Konzerte geben sehen, bin mit dem Streetcar gefahren und habe mit Freunden ein Taxi gemietet um zu Walmart zu fahren. Außerdem weiß ich jetzt das Brillen auch beim Schritt ins Freie beschlagen können und dass man im Sommer dort keine 100m weit laufen kann, ohne komplett durchgeschwitzt zu sein ;-)

Die nächsten zwei Monate war ich dann in Toronto. Habe mich dort bei dem Versuch eine work permit zu erlangen mit dem kanadischen Behördenwesen amüsiert, bin durch unendliche Schneemassen daran erinnert worden, dass es ja eigentlich Winter ist (das scheint in New Orleans nämlich irgendwie an mir vorbei gegangen zu sein) und habe jede Gelegenheit genutzt mit der Barbara meinen Kleiderschrank mit noch mehr „nichts zum Anziehen“ zu füllen ;-)))

Na ja, und seit einem halben Jahr bin ich nun hier in Banff. Habe bereits die ein oder anderen Berge erklommen, war in heißen Quellen baden, Wildwasser raften, Kanu fahren und klettern. Und wenn in etwa 10 Wochen die Skisaison beginnt, werde ich endlich Ski fahren lernen. Damit dürfte ich dann auch so etwa die nächsten fünf Monate beschäftigt sein, denn der Winter ist hier lang...

Als ich damals aus Deutschland weg bin wurde ich immer wieder mal von Freunden und Familie gefragt, ob ich denn nicht Angst hätte so ganz alleine so weit weg zu gehen.

Also Angst kann ich nicht sagen - Aufregung vielleicht. Aber ich war viel zu neugierig auf all das Neue das mich erwartete: die neuen Menschen die ich treffen, all die Dinge die ich sehen und erleben würde.

Ich hab mir immer gesagt: egal wohin man geht, man ist dort nie lange alleine. Und genau so war es auch! Seien es die Staaten oder jetzt Kanada- man bekommt so schnell Kontakt zu den Menschen hier. Zuerst natürlich mit den eigenen roommates und den Arbeitskollegen; aber dann nach und nach auch mit anderen Leuten. Denn hier ist alles und jeder recht locker. Der Amerikaner oder Kanadier beherrscht den Small Talk meisterhaft und dadurch kommt es nicht selten vor, dass man von einer völlig fremden Person im Supermarkt, im Aufzug, im Bus oder einfach nur auf der Straße angesprochen wird und man sich beginnt kurz zu unterhalten.

Und damit wären wir auch beim nächsten Thema angekommen, auf das ich schon mehrmals vor meinem Abflug angesprochen worden bin: die Sprache!

Manche von euch haben mich gefragt, wie ich das denn machen würde, wo doch hier alles nur auf Englisch abläuft... ? Naja, eben auch englisch reden! Was denn sonst?!?! ;-))) Ja, aber ob das denn nicht schwierig werden würde...?

Ich muss dazu sagen, dass ich schon bevor ich hierher kam recht gut Englisch sprechen konnte. Ich würde mal behaupten fließend, und wenn ich auch nicht immer alle Wörter und Redensarten konnte, so konnte ich mich doch immer normal unterhalten. Viele Amerikaner bei uns im Millennium Hotel haben mich häufiger gefragt woher ich so sprechen könnte und auch bei meinem Kanadaurlaub 2006 wurde ich ein paar Mal auf mein Englisch angesprochen.

Von daher hat die Sprache für mich keine wirkliche Barriere dargestellt und ich kam von Anfang an gut zurecht. Natürlich musste ich mich am Anfang erstmal auf den Akzent der Amis in den Südstaaten einstellen, und besonders bei den Schwarzen musste ich mich seeehr konzentrieren um zu sie verstehen, denn die haben nochmal ihr ganz eigenes Englisch :-)

Aber nach ein paar Wochen gewöhnt man sich daran, und fängt recht schnell an umgangssprachliche Ausdrücke auch in den eigenen Wortschatz mit aufzunehmen und anzuwenden. So sind Wörter wie „alrighty“ und Ausdrücke wie „oh my gosh“ , die ich mehr mals täglich verwende, ganz klare Überbleibsel aus meiner Zeit in New Orleans, und „holy crab“ und „ey“ zwei Dinge die ich hier aufgeschnappt habe ;-) Durch die vielen Australier hier habe ich mir zum Beispiel auch angewöhnt statt „how are you“ häufiger mal „how’s it goin’“ zu sagen. ;-)

Neben all diesen netten aber recht sinnlosen Wörtern, hat sich mein Wortschatz aber auch so um Vieles erweitert, und ich merke mittlerweile wie ich beginne teilweise sogar auf englisch zu denken. Buchstabieren zum Beispiel tue ich mittlerweile automatisch auf englisch; da muss ich manchmal dann sogar echt überlegen wie der Buchstabe denn jetzt eigentlich auf deutsch ausgesprochen wird. Genauso fallen einem manchmal manche Wörter so auf die Schnelle nicht mehr auf deutsch ein, dann sitzt du kurz echt da und bist am Überlegen ;-)

Was meinen Träume angeht, so träume ich mittlerweile in beiden Sprachen. Selbst wenn in meinem Traum Leute mit mir sprechen die im echten Leben niemals auf englisch mit mir reden würden ;-) Das ist dann immer ganz besonders lustig

Abschließend bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass ich ein wirklich tolles Jahr hatte!!! :-)

Mir kommt es zwar einerseits so vor, als wäre es wie im Flug vergangen, aber dann denke ich an all die Dinge die ich erlebt habe und es fällt mir fast schon schwer zu glauben, dass das alles in nur zwölf Monate verpackt werden kann...

Aber ob nun lang oder kurz: so viel erlebt hätte ich nie wenn ich nicht den Mut gehabt hätte einen so großen Schritt alleine zu gehen! Ich bin froh darüber die Möglichkeit zu haben, ein solches Abenteuer in mein Leben einbauen zu können und kann kaum erwarten wie es weitergehen wird!!! ;-)

Aber egal was kommt, ich werde euch natürlich weiter fleißig darüber berichten ;-)

In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal! :-)))

To be continued...

1 Kommentar:

Klaus hat gesagt…

Ein Jahr ist bereits vergangen. Die Zeit verging wie im Flug. Auch hier in Good Old Germany können wir uns das kaum vorstellen daß Du schon so lange weg bist. Interessant ist die Sache mit der Sprache. Da können wir ja froh sein, daß Du diesen Blog noch in Deutsch schreibst. Vielleicht ist es aber auch eine gute Sache um in Übung zu bleiben :-)