Dienstag, 14. Juli 2009: Vom einsamen Sun Peaks ins turbulente Victoria
Die Freude stieg und die Neugier auf Victoria wuchs ins Unermessliche als wir am Dienstagmorgen zum vorerst letzten Mal ins Auto stiegen. Uns trennten nur noch etwa 500 Kilometer von unserem endgültigen Urlaubsziel und schon an diesem Abend würden wir den Ozean sehen können!
Früh ging es wieder aus Sun Peaks los. Erst Richtung Süden, dann gen Westen. Ziel der heutigen Fahrt war Tawaassen. Ein Ort südlich von Vancouver, von dem aus die Fähre ging die uns nach Swartz Bay auf Vancouver Island bringen würde. Der Weg dorthin stellte sich wieder als landschaftlich sehr vielseitig und abwechslungsreich heraus.

Von trockenen, steppenähnlichen Weiten, fuhren wir über dichtbewaldete Hügellandschaften immer weiter ins Grüne. Die Luft schien zunehmend feuchter zu werden und in Hope, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten, sah es sogar fast so aus als läge es
mitten im Dschungel. Hohe, dicht bewaldete, wolkenverhangene Berge umgaben diesen kleinen Ort, der sich in etwa auf der Hälfte der Strecke befand.
Dem dichten Wald folgten dann, je näher wir der Küste kamen, künstlich bewässerte saftige Wiesen, Obstplantagen und viel Weideland. Eine Pferdekoppel grenzte an die andere und viele Blumen wuchsen an den Straßenrändern.
Einen zweiten Zwischenstop legten wir in Abbotsford ein. Dieser Ort liegt direkt an der Landesgrenze zu den USA, und wir dachten es wäre doch nett da eben vorbeizuschauen, wo wir doch eh schon in der Nähe waren. Wir parkten also das Auto in einer Seitenstraße und machten uns zu Fuß auf zum Grenzübergang. Wir liefen so weit bis Schilder darauf hinwiesen, dass es nun gleich in die Staaten gehen würde. Da wir ja keinerlei Intention hatten die Grenze zu überschreiten und überhaupt auch gar nicht unsere Pässe dabei gehabt hätten, blieben wir auf der kanadischen Seite und beobachteten ein wenig das Geschehen.
So interessant Landesgrenzen sein können, so beängstigend sind sie zugleich. Ich weiß nicht o
b es an all den ernst dreinblickenden, bewaffneten Officers lag die hier arbeiteten, oder an meine eigenen Erfahrungen mit den Amerikanischen Grenzbehörden, aber irgendwie hatte ich einfach ein mulmiges Gefühl im Magen und wollte dann möglichst schnell wieder weg. Noch ein schnelles Bild mit den beiden nebeneinander aufgestellten Nationalflaggen und dann machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto. Als wir an einem der Verwaltungsgebäude vorbei gingen, kam uns ein Officer entgegen. Nichtsahnend nickten wir ihm freundlich zu, und liefen weiter. Plötzlich sprach er uns an: "wir müssten in dieses Gebäude reingehen". Verdutzt blieben wir stehen- wie bitte? Ihr müsst da rein gehen, wiederholte er etwas genervt. Wir dachten erst er mache Witze und verarsche uns.
Als könne er Gedanken lesen wiederholte er dann zum dritten Mal "ich mache keine Witze. Ihr kommt gerade aus dieser Richtung zurück, habt euch damit hinter diesem Gebäude hier aufgehalten, das bedeutet ihr müsst da rein und euch wieder anmelden"
In diesem Moment hätte ich schwören können, ist mir das Herz stehen geblieben. Mein einziger Geda
nke war "das darf doch nicht wahr sein!! Das gibt es doch gar nicht! Wir haben doch gar nichts gemacht!" Zig Fragen überschlugen sich in meinem Kopf: was würde passieren wenn wir zu einem der Beamten an den Schalter gehen würden? Würde er uns laufen lassen, wenn wir ihm erklärten, dass wir uns wirklich keiner Schuld bewusst sind und einfach nur ein Foto machen wollten? Wenn es ein Netter ist, vielleicht... Schließlich sollte man doch meinen, dass die Damen und Herren dort wichtigeres zu tun hätten als Touristen zurecht zu weisen. Aber was, wenn er oder sie heute einen schlechten Tag hat, ihr oder ihm unsere Nasen nicht gefallen, oder sie einfach nur streng die Regeln befolgen?
In diesem Falle würde ein Alptraum wahr werden. Ich mein, ohne Pass oder anderweitige Papiere kommen wir weder in die USA noch zurück nach Kanada. Vor meinem inneren Auge sah ich bereits wie man uns stundenlang festhalten und befragen würde...
All diese Gedanken schossen mir in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Der Beamte stand immer noch vor uns. So gelassen wie möglich bestätigte ich ihm dann dass wir seinen Anweisungen folgen würden und betrat mit Steffen das Gebäude.
Der Officer ging weiter. Als wir das sahen, beschlossen wir noch einen Moment zu warten und dann einfach wieder zu gehen. Gesagt getan: eine gefühlte Ewigkeit später verließen wir wieder das Gebäude und liefen schnell zum Auto. Spätestens jetzt wollten wir beide nur noch nichts wie weg!
Bis heute weiß ich noch nicht so genau wo denn nun eigentlich das Problem gelegen hat und warum wir in dieses Gebäude hätten gehen sollen. Wir sind niemals offiziell aus Kanada ausgereist und der Grenzübergang für Autos und Fußgänger lag noch mindestens 100m entfernt. Es hat nichts, aber auch gar nichts darauf hingewiesen dass dieses Gebäude die inoffizielle Landesgrenze ist, und man sich dahinter quasi im Niemandsland befinden würde. Denn sollte das der Fall gewesen sein, dann wäre es vielleicht wirklich hilfreich für Fußgänger das irgendwie anzuzeichnen. Denn sonst läuft man echt mal eben ohne es zu wissen einen Schritt zu weit...
Hmmm, vielleicht könnte ich das ja beim nächsten Mal mal vorschlagen. Allerdings habe ich ehrlich gesagt vorerst keinerlei Interesse daran nochmal mit irgendwelchen Grenzbeamten zu verkehren :-)
Nach diesem kleinen nervenaufreibenden Abenteuer ging unsere Fahrt dann aber Gott sei Dank harmlos weiter :-)
Je näher wir allerdings der Küste kamen, umso dichter wurde der Verkehr. In, oder zumindest in der Nähe, einer Großstadt Auto zu fahren ist schon was anderes als hier im Park. Das haben Steffen und ich ganz schnell gemerkt. Waghalsige Fahrmanöver wie sie im Nationalpark üblich sind (mitten auf dem Highway stehenbleiben, vielleicht sogar rumdrehen oder rückwärtsfahren nur um einen Bären zu fotographieren) waren hier nicht mehr drin. Und auch an die ganzen Ampeln, die alle 200 Meter aufgestellt waren, mussten wir uns erst wieder gewöhnen. „Man ist das nervig!“
Und dann gibt es da auch noch so viele Straßen... Da muss man ja richtig aufpassen wo man hinfährt. Das war im Park alles viel einfach. „Fährst du einfach nur geradeaus“
Aber hier, da
muss man sich richtig konzentrieren. Und kaum guckt man einmal nicht richtig hin, ist man schon falsch. Diese Erfahrung haben Steffen und ich auch gemacht, als wir auf der Suche nach dem Terminal für die Fähren waren. Denn als plötzlich die Straße auf der wir fuhren in einer Sackgasse endete wussten wir, dass da irgendwo was schief gelaufen war. Also wieder zurück und weitersuchen.
Aber nach einer kleinen Irrfahrt haben wir es dann doch gefunden. Schnell noch ein Ticket für die Fähre gekauft und uns dann ganz entspannt an Deck dieses riesen Schiffes gesetzt. Schonmal etwas Seeluft geschnuppert und Sonne getankt. Ach ist das schön!
Nach eineinhalb Stunden Überfahrt hat dann die Fähre am Hafen von Swartz Bay wieder angelegt und wir sind unsere letzte Etappe von 30 Kilometern angetreten.

Am Nachmittag kamen wir in unserem Hotel, dem Royal Scot, an. Nachdem wir kurz unser Zimmer angeschaut und unser Gepäck verstaut haben, gingen wir auf Erkundungstour. Wir verschafften uns einen ersten Überblick über die Stadt, buchten bereits unsere Whale Watching Tour für den nächsten Tag, kauften ein paar Lebensmittel ein und suchten uns ein schönes Restaurant. Nach dem Abendessen in der Spaghetti Factory und einem kleinen Spaziergang am Hafen entlang fielen wir dann schließlich müde ins Bett.
Die Freude stieg und die Neugier auf Victoria wuchs ins Unermessliche als wir am Dienstagmorgen zum vorerst letzten Mal ins Auto stiegen. Uns trennten nur noch etwa 500 Kilometer von unserem endgültigen Urlaubsziel und schon an diesem Abend würden wir den Ozean sehen können!
Von trockenen, steppenähnlichen Weiten, fuhren wir über dichtbewaldete Hügellandschaften immer weiter ins Grüne. Die Luft schien zunehmend feuchter zu werden und in Hope, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten, sah es sogar fast so aus als läge es
Dem dichten Wald folgten dann, je näher wir der Küste kamen, künstlich bewässerte saftige Wiesen, Obstplantagen und viel Weideland. Eine Pferdekoppel grenzte an die andere und viele Blumen wuchsen an den Straßenrändern.
Einen zweiten Zwischenstop legten wir in Abbotsford ein. Dieser Ort liegt direkt an der Landesgrenze zu den USA, und wir dachten es wäre doch nett da eben vorbeizuschauen, wo wir doch eh schon in der Nähe waren. Wir parkten also das Auto in einer Seitenstraße und machten uns zu Fuß auf zum Grenzübergang. Wir liefen so weit bis Schilder darauf hinwiesen, dass es nun gleich in die Staaten gehen würde. Da wir ja keinerlei Intention hatten die Grenze zu überschreiten und überhaupt auch gar nicht unsere Pässe dabei gehabt hätten, blieben wir auf der kanadischen Seite und beobachteten ein wenig das Geschehen.
So interessant Landesgrenzen sein können, so beängstigend sind sie zugleich. Ich weiß nicht o
Als könne er Gedanken lesen wiederholte er dann zum dritten Mal "ich mache keine Witze. Ihr kommt gerade aus dieser Richtung zurück, habt euch damit hinter diesem Gebäude hier aufgehalten, das bedeutet ihr müsst da rein und euch wieder anmelden"
In diesem Moment hätte ich schwören können, ist mir das Herz stehen geblieben. Mein einziger Geda
In diesem Falle würde ein Alptraum wahr werden. Ich mein, ohne Pass oder anderweitige Papiere kommen wir weder in die USA noch zurück nach Kanada. Vor meinem inneren Auge sah ich bereits wie man uns stundenlang festhalten und befragen würde...
All diese Gedanken schossen mir in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Der Beamte stand immer noch vor uns. So gelassen wie möglich bestätigte ich ihm dann dass wir seinen Anweisungen folgen würden und betrat mit Steffen das Gebäude.
Der Officer ging weiter. Als wir das sahen, beschlossen wir noch einen Moment zu warten und dann einfach wieder zu gehen. Gesagt getan: eine gefühlte Ewigkeit später verließen wir wieder das Gebäude und liefen schnell zum Auto. Spätestens jetzt wollten wir beide nur noch nichts wie weg!
Bis heute weiß ich noch nicht so genau wo denn nun eigentlich das Problem gelegen hat und warum wir in dieses Gebäude hätten gehen sollen. Wir sind niemals offiziell aus Kanada ausgereist und der Grenzübergang für Autos und Fußgänger lag noch mindestens 100m entfernt. Es hat nichts, aber auch gar nichts darauf hingewiesen dass dieses Gebäude die inoffizielle Landesgrenze ist, und man sich dahinter quasi im Niemandsland befinden würde. Denn sollte das der Fall gewesen sein, dann wäre es vielleicht wirklich hilfreich für Fußgänger das irgendwie anzuzeichnen. Denn sonst läuft man echt mal eben ohne es zu wissen einen Schritt zu weit...
Hmmm, vielleicht könnte ich das ja beim nächsten Mal mal vorschlagen. Allerdings habe ich ehrlich gesagt vorerst keinerlei Interesse daran nochmal mit irgendwelchen Grenzbeamten zu verkehren :-)
Nach diesem kleinen nervenaufreibenden Abenteuer ging unsere Fahrt dann aber Gott sei Dank harmlos weiter :-)
Je näher wir allerdings der Küste kamen, umso dichter wurde der Verkehr. In, oder zumindest in der Nähe, einer Großstadt Auto zu fahren ist schon was anderes als hier im Park. Das haben Steffen und ich ganz schnell gemerkt. Waghalsige Fahrmanöver wie sie im Nationalpark üblich sind (mitten auf dem Highway stehenbleiben, vielleicht sogar rumdrehen oder rückwärtsfahren nur um einen Bären zu fotographieren) waren hier nicht mehr drin. Und auch an die ganzen Ampeln, die alle 200 Meter aufgestellt waren, mussten wir uns erst wieder gewöhnen. „Man ist das nervig!“
Und dann gibt es da auch noch so viele Straßen... Da muss man ja richtig aufpassen wo man hinfährt. Das war im Park alles viel einfach. „Fährst du einfach nur geradeaus“
Aber hier, da
Aber nach einer kleinen Irrfahrt haben wir es dann doch gefunden. Schnell noch ein Ticket für die Fähre gekauft und uns dann ganz entspannt an Deck dieses riesen Schiffes gesetzt. Schonmal etwas Seeluft geschnuppert und Sonne getankt. Ach ist das schön!
Nach eineinhalb Stunden Überfahrt hat dann die Fähre am Hafen von Swartz Bay wieder angelegt und wir sind unsere letzte Etappe von 30 Kilometern angetreten.
Am Nachmittag kamen wir in unserem Hotel, dem Royal Scot, an. Nachdem wir kurz unser Zimmer angeschaut und unser Gepäck verstaut haben, gingen wir auf Erkundungstour. Wir verschafften uns einen ersten Überblick über die Stadt, buchten bereits unsere Whale Watching Tour für den nächsten Tag, kauften ein paar Lebensmittel ein und suchten uns ein schönes Restaurant. Nach dem Abendessen in der Spaghetti Factory und einem kleinen Spaziergang am Hafen entlang fielen wir dann schließlich müde ins Bett.
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| Sun Peaks - Victoria |

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