Nach tausenden von zurückgelegten Seemeilen südwärts war es heute soweit. Um 15 Uhr überfuhren wir den Äquator. Zu diesem Anlass organisierte das Schiff eine kleine Feier auf dem Lidodeck. Genauergenommen wurde eine alte Seefahrertradition gefeiert. Und diese Tradition läuft folgendermaßen ab:Alle Crewmitglieder die noch nie den Äquator überquert haben, sogenannte "Pollywoggs", werden von Piraten in eine Zelle gesperrt. Dort müssen sie ausharren bis sie vor den Richter geführt werden. Wenn sie dann vor den Richter und König Neptun persönlich treten, werden ihre Untaten verlesen. Es liegt dann an König Neptun sich eine Strafe für sie auszudenken.
In den meisten Fällen müssen die Verurteilten daraufhin einen Fisch küssen. Dann werden sie von Neptuns Armee gefangen, mit einem ekligen, schleimigen Schaum eingeseift und schließlich dem Meer (stellvertretend dafür geht auch der Pool) geopfert.
All dies wird natürlich zu Ehren Neptuns gemacht. Denn der Seefahrer weiß: nur ein wohlgestimmter König der Meere, lässt die Schiffe unbeschadet segeln!
Steffen und ich, sowie das gesamte Schiff schauten amüsiert zu wie insgesamt etwa 10-12 Crewmitglieder in den Kreis der "Äquatorüberquerer" aufgenommen wurden. Es war eine lustige Feier, bei der der Crews Direktor persönlich den Neptun spielte und als solcher einen sehr strengen Herrscher abgab. Bei jeder einzelnen Verurteilung forderte er die Passagiere auf mit ihm zusammen die Strafe "Kiss the fish" auszurufen.
Sie konnten einem schon irgendwie leid tun, die armen Gefangenen :-(
Als dann alle von ihnen im Pool badeten, und die offizielle Zeremonie damit beendet war, hatte man die Möglichkeit dann selbst noch den Fisch zu küssen. Dieser Tradition beizutreten lehnten Steffen und ich aber dankend ab. Die Urkunde die wir noch am selben Abend bekamen, reichte uns als Beweis der Überquerung :-)
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